*Anmerkung: diese Artikel habe ich auch bei Genügsames Leben gepostet.
Was ich sehe, sind zwei Philosophien, die scheinen, ständig im Krieg zu sein:
1) die Bedürfnisse der Vielen überwiegen die Bedürfnisse der Wenigen oder des Einzelnen.
2) die Bedürfnisse des Einzelnen überwiegen die Bedürfnisse der Vielen.
Diese Schlacht ist nicht notwendig. Wir können 1) erreichen, indem wir uns 2) zu eigen machen. Ich behaupte, daß der Versuch ausschließlich Idee 1 in der Gesellschaft anzuwenden (etwa in der Schule?!) tatsächlich die Binde- und kooperative Natur der Gesellschaft zerstören würde. Die Zwangsumwandlung der freien Einzelpersonen in eine gefällige, nichts-in-frage-stellende Bevölkerung dient nicht die besten Interessen von den Vielen, denn wo ist dann Kreativität, Freude und Innovation?
Nur wenn wir die Freiheit haben, daß zu lernen was wir wollen, dem nachzugehen, was uns interessiert, werden wir effektiv die Bedürfnisse der Gesellschaft dienen, und folglich wird die Gesellschaft dadurch angereichert und erweitert. In der Suche nach Spock, als Kapitän Kirk, der die Vereinigung widersetzte, um Spock zu retten, setzte er die Bedürfnisse seines Freunds über die Seinen. Aber die Bedürfnisse Spocks waren seine Bedürfniss, denn er hätte nicht mit sich selbst leben können, hätte er nicht versucht seinen Freund Spock zu retten. Die Verfolgung schöpfte aller Tapferkeit und Kreativität der Mannschaft, die sich freiwillig an der Suche beteiligte und dadurch in ihrem Zweck vereinheitlicht wurden. Selbstverständlich waren sie erfolgreich, das sehen wir an die weiteren Star Treck Folgen!
Als Erzieher unsere Kinder erlauben wir uns die Freiheit, sie die Welt als eine wunderbare Ort zu sehen: um Forschungen anzustellen, Entdeckungen zu machen und das Leben verstehen zu lernen. Sie sind in der realen Welt jeden Tag und erfahren das Leben, wie es gelebt werden soll. Wir können ihnen zeigen, wie man die Gesellschaft dient (Macrowelt) durch das Erlernen und Erleben des Dienens zuerst in ihren unmittelbaren Umfeld, bei uns, zu Hause (Microwelt). Sie sind frei, ihre Interessen nachzugehen und ihre Neugierde zu stillen, worin liegen die Schlüssel zur Kreativität und Erfindungsgeist. Wir dienen die Gesellschaft, in dem wir die Bedürfnisse der Wenigen –oder gar des Einzelnen– nachgehen.
Der Tatsache das dieses soziale Lernen zu Hause stattfindet muß man sich bewusst werden lassen. Hier lernen unsere Kinder: generationsübergreifende und gesellschaftstauglich in einer Umgebung voller Annahme und Geborgenheit. Und wenn Disziplin, Korrektur, Zurechtweisung nötig sein sollte, dann geschieht dies eben auch durch Menschen, die diese Kinder nicht nur lieben, sondern, die dieses Kind über die Stunde, den Tag, die Woche, ja über das Schuljahr hinaus begleiten. Ich will damit sagen: Eltern haben eine tiefe Interesse daran, zu sehen, dass Kinder gedeihen, lernen und sich weiter entwickeln. Sie haben diese Interesse, zum einen, weil die Kinder eine natürliche Fortsetzung sich selbst sind, zum anderen haben sie diese Verantwortung, denn „Eltern haften für ihre Kinder“.
In jeder Institution (Schule, Kiga, Hort usw.), mögen da so viele engagierte, nette Menschen arbeiten, kann es nur eine schwache Abbild der herkömmliche Familie geben. Zu häufig sind Kinder überwiegend der Gesellschaft ihres Gleichen für zu viel Zeit des Tages überlassen. Die Möglichkeit, seine eigene Interesse nachzugehen in einer Umgebung der Geborgenheit ist nahezu unmöglich. Es herrscht Regel 1, die Bedürfnisse der Vielen überstimmen die Bedürfnisse des Einzelnen. Es mag eventuell wenige Lehrer geben, die aus dieser Situation eine annähernde gesunde Klima schaffen, um ein optimales, selbst bestimmtes Lernen zu ermöglichen. Aber allzu oft herrschen in der Schule andere Mächte: Lehrplanmacht, Zensuren, Klassengrößen von über 20 Kinder (das wäre eine kleine Klasse!). Dabei habe ich solche unangenehme Tendenzen nicht erwähnt, wie etwa Mobbing (unter Schüler wie auch unter Kollegen), Gruppenzwang (ebenfalls unter Schüler sowie Kollegen)…
Im Namen der Integration, im Namen der Bildung und im Namen der Sozialisation von Kinder werden sie verpflichtet (!), in Schulen zu gehen, um gesellschaftstauglich zu werden. Das da nicht optimale Arbeit geleistet wird, braucht man lediglich die Zeitung aufzuschlagen; mit den Unternehmer zu reden, die beklagen, dass es keine besondere Auslese unter den vielen „erfolgreiche“ Schulabgänger zu finden sind. Und die Zahl der nicht „erfolgreichen“ Schulabgänger steigt stets.
In einem Klassenzimmer ist die Primärfunktion des Lehrers die Massensteuerung. Gleichabhängigkeit hält die Herde zusammen: das ist das Positive an Gruppenzwang! Das Außerordentliche wird als Unannehmlichkeit angesehen, besonders wenn sie nicht auf dem Schulekalender oder in den Lehrplänen ist. Das Einverständnis wird erwartet: unabhängig von der Situation und wer das Material, die Umsetzung, das Ziel in Frage stellt, wird als Unruhestifter betrachtet. Das Lernen findet in 3/4 Stundentakt statt. Dies geschieht im Namen des Förderns der Gesellschaft, der Zufriedenheit der Bedürfnisse von den Vielen, durch das Ignorieren der Bedürfnisse von den Wenigen oder des Einzelnen.
Diese, m.E. verkehrte Denkweise verfolgt die Bundesregierung. Ich zitiere aus der Antwort auf Frau Frau Volkmanns Anfrage: Warum ist Heimunterricht nicht möglich?
[Der Erziehungsauftrag des Staates] richtet sich auch auf die Heranbildung verantwortlicher Staatsbürger, die verantwortungsbewusst an den demokratischen Prozessen in einer pluralistischen Gesellschaft teilhaben. Die Offenheit für ein breites Spektrum von Meinungen und Auffassungen ist konstitutive Voraussetzung einer öffentlichen Schule in einem freiheitlich-demokratischen Gemeinwesen.
Bedauerlicherweise sehe ich durch die Strukturen, die Schulen im Allgemeinen haben, gibt es nicht viel Spielraum, damit Kinder entdecken und umsetzten können, wenn es darum gehen soll, „verantwortungsbewusst an den demokratischen Prozessen in einer pluralistischen Gesellschaft teilhaben“: Sie haben keine Mitbestimmungsrecht über ihren schulischen Alltag. Es wird vom Staat her gesagt, wann sie da sein müssen, welche Fächer, in welche Reihenfolge, in welcher Intensität, begrenzt auf 45 Minuten Takt, wann sie Hunger verspüren dürfen, wann sie ihr Bewegungsdrang für ganze 10 Minuten nachgehen dürfen. Das Lerntempo wird höchstens von den Vielen gelenkt, meistens aber von den Einzelnen, hier ist selbstverständlich von der Lehrer die Rede!
Ferner heißt es:
Die allgemeine Schulpflicht dient dem legitimen Ziel der Durchsetzung des staatlichen Erziehungsauftrags. Dieser Auftrag richtet sich nicht nur auf die Vermittlung von Wissen und die Erziehung zu einer selbstverantwortlichen Persönlichkeit.
Merkwürdigerweise herrscht die Meinung, man könne unter Fremdbestimmung (wie sie einfach durch festgelegte Lehrpläne durchgesetzt wird) lernen, ein selbstverantwortliche Persönlichkeit zu werden.
Meine Zusammenfassung ist, daß wir eine dynamische, emporkommende Gesellschaft erst und nur dann entwickeln werden, wenn wir von der Gedanke des kollektiven Lernen und Leben aufgeben und zu eine Familien orientierten Leben, Lernen und Bildung zurückfinden. Das, meine liebe Leserin, mein lieber Leser, wäre ein Familien freundliches Deutschland!
Wie siehst du diese Sachlage?