*Anmerkung:  Teil 1 kannst du gerne vorher lesen. 

Hallo Bea,

ich gebe Dir absolut recht in dem, was Du schreibst. An meiner eigenen Familie konnte ich genau dasselbe beobachten. An mir selbst natürlich ganz besonders. Ein Grund mehr für mich, all diese Muster aufzulösen (viel Arbeit – bin immer noch dabei ;) ).

Aber gerade deshalb zieht für mich die Argumentation mit der Sozialisierung in der Schule nicht. Es ist höchstens ein Umfeld, indem man das zu Hause erlernte erprobt, und sich unter umständen ständig beweist, was man zu Hause gelernt hat. Z.B. wenn jemand ein sehr schlechtes Bild von sich selber hat, wird er sich in der Schule Situationen suchen, in denen dies zum Ausdruck kommt, etc.

Deshalb bin ich bei dieser ganzen Schul- und Elternpolitik ja auch dafür, die Familien und Eltern zu *stärken*. Es muss viel mehr dafür getan werden, dass Eltern ihre Rolle als wichtig, positiv und gut ansehen, dass sie ihre große Verantwortung auch erkennen.  So wäre es z.B. eine tolle Sache, wenn in Schulen ein Programm angeboten würde, um die Jugendlichen auf ihre zukünftige Rolle als Partner und Familie vorzubereiten – nicht so sehr als Unterricht, sondern als Austausch, als Selbsterarbeitungsprogramm. Irgendwie soetwas.

Auf anderer Ebene müsste es viel mehr Beratung und Unterstützung für Eltern geben, mehr Gemeinschaft und Austausch für Familien. Familienzentren wären dafür z.B. ganz toll. Anstatt das Ziel im Kiga zu haben, die Kinder ihrer Eltern zu entwöhnen (Selbständigkeit), sollte es Orte für gleichermaßen Kinder UND Eltern geben (auf freiwilliger Basis). Ein offener Ort für Austausch, Aktivitäten, Beratung, und vieles mehr. Eltern kämen miteinander in Kontakt und könnten sich gegenseitig unterstützen.

Kinder hätten gleichaltrige zum Spielen, und gleichzeitig vieleAnspre chpersonen.

Naja, du kannst Dir den Gedanken im Kopf weiterspinnen. :-)

Lieber Gruß,
Isla