Ein Rundgang durchs Netz zeigt, daß das Thema Schule durchaus Salonfähig ist. Lehrer stöhnen, Eltern mosern, Schüler bocken, Arbeitgeber bemängeln, Politiker grübeln.
Wir wollen das heiße Eisen anpacken und fangen mit unterschiedlichen Eindrücke der aktuellen Stunde im Netz.
Zuerst möchte ich ein Handvoll Junge Männer (Schüler!) vorstellen: Bei ihren Schul-Kritik Blog vereinen sie sehr professionel und ansprechend Schüler, Eltern sowie Pädagogen und diskutieren Schulthemen, wie sie in ihren Schulalltag vorkommen. Einen Beitrag vor kurzem, Nach mir die Sintflut, hat besondere Fragen aufgeworfen zum Thema Schulreform, Schuländerung:
Wieso aber tun Eltern und Erziehungsberechtigte oder die Schüler selbst nichts oder wenig gegen Probleme wie ungerechte oder anzügliche Lehrer, unlogische Bestimmungen oder Gewaltentwicklung?
Das liegt meistens leider daran, dass sich bei vielen Schülern die Meinung durchsetzt: “Noch die paar Jahre und ich bin hier weg”. Die Misstände werden also akzeptiert und man begnügt sich mit der Vorstellung, dass bald ja alles vorbei sei.
Mit dieser egoistischen “Nach mir die Sintflut”-Einstellung verschließt man nicht nur die Augen vor den Problemen, man reicht diese auch an Generationen folgender Schüler weiter.
Wo diese Tatsachen verschwiegen werden, werden diese bald als Standard und normal angesehen und nicht weiter kritisiert.
Das macht nachdenklich und zugleich Mut: denn wenn diese Junge Männer das Thema anpacken (und weitere folgen!), dann besteht doch Hoffnung, oder?
Von der Seite der Politik und Pädagogik kann man in der taz Artikel Nicht (nur) die Lehrer sind schuld lesen:
Dirk Hagener, einer der Evaluatoren und erfahrener Schul-Mann aus Hamburg, wo er eine Gesamtschule geleitet hat, kennt das Phänomen: “Das Letzte, was sich an Schulen positiv verändert, ist der Unterricht.”
Wenn Lehrer wenig motiviert seien, dann sei das schon Folge des Problems, meinte der FDP-Politiker Magnus Buhlert: “Lehrer werden im System demotiviert.<b>” </b>Wenn ein Lehrer versuche, eine heterogene Klasse “im Gleichschritt frontal zu unterrichten”, sei das natürlich äußerst stressig, fasst die Schulsenatorin ihre Sicht auf das Lehrerproblem zusammen. Sie würde gern “Assistenten” für den Unterricht in bestimmten Klassen einführen, “das wäre mir das allerliebste”. Bisher ist dafür jedoch kein Geld eingeplant.
Ferner wird im Artikel erklärt, daß “die Lehrer weiterführender Schulen nicht erfahren, was Pädagogen vorher festgestellt haben. Kenntnisse über frühere Förderversuche sind aber “für die pädagogische Arbeit wichtig”, räumt Jürgens-Pieper ein, Datenschutz-Probleme beim Übergang zwischen Schulen oder zwischen Kita und Schule “müssen bearbeitet werden”.
Es gibt immer wieder (aber leider noch sehr selten) (öffentliche) Institutionen, die diese Muster ERFOLGREICH durchbrechen. Da denke ich an Enja Riegel und der Helene Lang Schule in Wiesbaden.
Wenn wir über Bildungsvielfalt reden, dann müssen wir auch diesen Themen angehen.
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Was heißt es, eine bereits existierende (öffentliche) Schule zu reformieren?
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Welche Perspektiven kann man durch Schulgesetzänderungen schaffen, so daß es sich lohnt für Eltern und Schüler bei einer Veränderung tatkräftig mitzumachen? (Wie kann man z.B. Behördengänge verkürzen, vereinfachen oder gar streichen?)
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Welche Perspektiven haben Initiatoren von neuen Schulen (private), diese neue Schule “bald” realisieren zu können? Wie kann man diesen Prozess beschleunigen oder vereinfachen?
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Welchen Fragen fällt dir ein? Bitte ein Kommentar!
19. Februar 2008 at 10:47 Uhr vormittags
[...] 19, 2008 von anitz Diesen Beitrag habe ich bei Bildungsvielfalt [...]