“Pauken ohne Pause – Streit ums Turboabitur”
Nicht für die Schule, fürs Leben lernen wir. Aber möglichst schnell. Ab dem kommenden Sommer wird in fast allen Bundesländern das “G8″, das achtjährige Gymnasium, eingeführt sein. Doch die Bewältigung der gleichen Stoffmenge in weniger Zeit setzt Schüler und Lehre unter Druck. Sie beklagen, dass kaum Zeit für die Vertiefung eines Themas bleibt – geschweige denn für die Hobbys am Nachmittag. Macht die Schule unsere Kinder kaputt?
Zu finden bei TeachersNews als PROGRAMMHINWEIS für Donnerstag, 21. Februar 2008, 22.15 Uhr auf Phoenix:
Anke Plättner diskutiert in der PHOENIX Runde mit Prof. E. Jürgen Zöllner (Bildungssenator in Berlin) Gerhard Braun (Vizepräsident Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände), Susanne Gaschke (DIE ZEIT), Harald Mier (Schulleiter Schadow-Gymnasium Berlin) und Bernd Sibler (CSU, Staatssekretär Kultusministerium Bayern).
Da werde ich vielleicht mein Fernsehabstinenz heute Abend aufheben, denn ich habe vor etwa sechs Jahren das Buch “Die Erziehungskatastrophe–Kinder brauchen starke Eltern” gelesen. Mir hat die Schreibweise von Frau Gaschke sehr beeindrückt, bei ihren Schreiben kommen Fragen auf, die –wenn man sich Gedanken macht über Bildung, Familien und Politik macht– Beantwortet werden wollen:
Zum Beispiel,
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ob der Konsens, dass Kinder staatlich betreut werden müssen, damit Mammi und Pappi Geld verdienen können, wirklich so toll ist?
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Ob die Dogmen der Kindergartenerziehung oft nur die schiere Faulheit und Erziehungsunfähigkeit des Personals kaschieren?
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Ob die Kriterien der Jugendhilfe Unverantwortlichkeit geradezu züchten (und damit Jahr für Jahr Milliarden verballern, ohne jede Erfolgskontrolle)?
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Ob die Grundschulen ihrer Aufgabe noch gerecht werden und die Anhäufung immer neuer Anforderungen (sprachliche Früherziehung, Integration etc.) die Schule nicht von ihrem Erziehungsauftrag entfernt?
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Ob sich hinter Internet- und Medien-Euphorie als Heilmittel für Gymnasial- und Universitätsbildung mehr verbirgt als schiere Resignation?
Was denkst du über diese Fragen?
21. Februar 2008 at 6:47
[...] Beitrag ist auch bei Bildungsvielfalt zu [...]
28. Februar 2008 at 1:15
Die Formulierung mit dem „Bulimie-Lernen“ stammt übrigens von Reinhard Kahl.
„Eine Prüfung ist umso wirksamer, je unwichtiger sie ist. Man sollte nie den aktuellen Stoff prüfen. Dann würde sich Lernen verändern. Weg vom Üben für den Test, hin zum Lernen der Inhalte, üben der Kompetenzen. So entsteht die Lust zu handeln. Gute Schulen haben das erkannt. Sie haben sich vom Bulimie-Lernen verabschiedet: Nie mehr viel reinstopfen und wieder ausspucken.“
http://www.reinhardkahl.de/pdfs/FR%20%2018.8.%2007%20em_cnt=1193367&.pdf
29. Februar 2008 at 7:21
Hallo Großstadtpflanze!
Ja, da hast du mir einen Stichwort gegeben: Reinhard Kahl. Das muss ich mir merken, denn von/über ihm/ihn kann man auch jede Menge „bildungsorientiere“ Gespräche/Beiträge gewinnen…
Hast du die Sendung von Phoenix gesehen: Pauken ohne Pause – Streit ums Turboabitur? Ich habe es leider doch versäumt… aber mir fest vorgenommen, daß Buch von Frau Gaschke nochmals zu lesen.
Gestern hatte ich auf den Bildungserver Baden-Würrtemburg auch etwas über — wer war das noch? (ich werde alt!) — Pädagogische Schulentwicklung und einer Dr. Heinz Klippert kurz gelesen. So ganz flüchtig erinnerte sein Ansatz (leider sehr spärlich berichtet) auch an Reinhard Kahl… Ob sie von einander wissen, mit einander arbeiten? Muss ich mal einen ruhigen Augenblick finden und etwas mehr dazu lesen…
Danke für den Link!