Quergelesen:
„Demokratie wird nur durch Erleben erlernt, und das geschieht auch in der Schule“, kommentierte der GEW-Landeschef [Sachsen-Anhalt], Thomas Lippmann, das gestern vorgestellte Konzept der Landesregierung zu einer Demokratieoffensive des Landes. Demokratiedefizite einstehen in den realen Lebensprozessen und können deshalb nur zu geringen Teilen durch die Schule aufgearbeitet werden. „Lehrer können `Stammtischparolen` nicht aus den Köpfen verbannen, wenn Demokratie nicht gelebt wird“, fügte Lippmann hinzu….
…Lippmann regte an, endlich verlässliche Untersuchungen anzustellen, welchen Beitrag die Schule überhaupt in der Demokratieerziehung leisten könne.
Wenn wir über Bildungsvielfalt reden, dann müssen wir auch diesen Themen angehen:
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Was ist Demokratie?
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Wo lernt man demokratisches Verhalten?
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Kann man erwarten, daß die Schule die Demokratieerziehung übernimmt?
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Sollte eine Demokratieerziehung nicht besser in familiären Umfeld stattfinden?
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Welchen Fragen fallen dir ein? Bitte ein Kommentar!
28. Februar 2008 at 12:55
Ich denke schon, dass man in der Schule tatsächlich und durch Erleben etwas über verschiedene Herrschaftsformen lernen kann.
In traditionellen Schulen erlebt man eine autoritäre Gesellschaftsform. Dass ein Großteil der Schüler dann nicht viel mit Demokratie anfangen kann ist kein Wunder.
In Demokratischen Schulen hingegen ist Demokratie unmittelbar erlebbar.
28. Februar 2008 at 5:12
Der Demokratie-Hype ist ja nun nichts für mich und hat wieder etwas typisch indoktrinäres. Bin halt mehr für Selbstbestimmung als für Fremdbestimmung – und sei sie auch demokratisch. Man sollte auch zwischen Demokratie als Staatsform und „Demokratie“ in Schule, Familie und Verein unterscheiden. Hier heißt es eigentlich nur, daß Mehrheitsentscheidungen getroffen werden oder aber im besten Fall schlichtweg Empowerment angestrebt wird. In diesen Verbünden hat es jedenfalls nichts mit „Volksherrschaft“ zu tun. Und ich glaube auch nicht, daß das „Kleine“ wie das „Große“ funktioniert. Nicht alles, was geht, läuft auch. In kleinen Verbünden präferiere ich aber Konsensentscheidungen und wahlfreie Autorität, da spalten Mehrheitsentscheidungen doch sehr leicht. Außerdem stellt sich auch hier die grundsätzliche Frage, über welche Dinge überhaupt die Allgemeinheit entscheidet: Mehrheiten werden leicht übergriffig.
Allerdings sind Mehrheitsentscheidungen durchaus ein praktischer modus vivendi unter vielen anderen. In aller Regel werden die Stimmen im kleineren Kreis auch von den Beteiligten freiwillig gewichtet, zum Beispiel je nach Betroffenheit. Auch das gehört zu einer fairen Entscheidungskultur. Eine Beschränkung auf die Methode Mehrheitsentscheidung ist weder geboten noch sinnvoll. Dasselbe gilt für einen Verzicht darauf. Es kann also auch hier nichts irriger sein, als eine Ideologisierung und Monopolisierung einer einzigen Entscheidungstechnik.
Demokratie ist einfach kein Wert, sie ist nicht einmal befriedend, sondern führt immer wieder zu unzähliger Spaltung und Fanatisierung. Sie gilt nicht zu Unrecht als beste Regierungsform: für die Regierungen. Teile und herrsche geht in Demokratien besonders leicht. Und das gilt ganz besonders in Demokratieformen, wo das „Volk“ nur abstimmen, nicht aber die Fragen stellen darf.
Vielleicht sollte lieber Demokratie-Aufklärung betrieben werden – und zwar kritisch. Es sollte Aufklärung geleistet werden über Herrschaft und Regierungen. Eingeübt werden sollten Fairness, Andere in Ruhe lassen, Diskursfähigkeit, Kommunikationsfähigkeiten und menschliche Regungen wie Hilfsbereitschaft (Bereitschaft, nicht Hilfe, die in Wirklichkeit Paternalismus ist!), Zurückhaltung, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Höflichkeit und Freundlichkeit.
Und noch etwas: In der Wirtschaft gibt es keine bolschewistisch-autoritäre Gewalt. Hier wird frei gehandelt. Kein Käufer kann gezwungen werden. Und auch Demokratie kann nur legitim sein, wenn sie ungezwungen erfolgt, wenn Sezession möglich ist. Nicht die Mehrheit entscheidet über Recht und Unrecht, sondern die Abwesenheit gewillkürten Zwangs.
29. Februar 2008 at 7:34
Mit den beiden Kommentare oben bin ich soweit gleicher/ähnlicher Meinung.
Ich denke, die Schule sollte sich darauf konzentrieren, die Schüler eine Kritikfähigkeit zu lehren oder erlauben, daß sie die Möglichkeit haben, Inhalte (evt. auch schulische) zu hinterfragen und Freiheiten haben, nach ihren (neu gewonnene) Erkenntnisse zu handeln. Denn um eine „Volksherrschaft“ oder Bestimmung als wahrhaft vom Volk stammend ansehen und anerkennen zu können, setzt voraus, daß jeder Einzelne sich mit der Sachverhalt auseinander setzt, einen eigenen Urteil bildet und die Freiheit hat, nach diese Erkenntnis zu handeln.
Also, wenn diese Erziehung von eine Schule unterstützt wird (es ist meine Überzeugung, daß solches Lernen in ein andere Umfeld, als der staatliche Schule stattfinden muß!), dann muß sie dafür sorgen, daß es auch Freiheiten zum Denken und Handeln gibt.
Mann muss sich aber fragen: wenn eine Gruppe von über-jahre-unter-der-Einfluß-Lenkung-und-Erziehung-Gleichaltrigen-lebende Schüler eine „freie“ Entscheidung, eine autarke, ihre eigene Entscheidung treffen sollen, jeder für sich, dann muß grundlegend etwas verändert werden in der Schule! Oder gar schon im Kindergarten.
7. März 2008 at 1:57
Guten Tag,im Zusammenhang mit der bevorstehenden Eröffnung der Reformationsdekade 2008 bis 2017 im September, wurde die Website http://www.martin-luther2017.de im Januar 2008 erstmals veröffentlicht.Die Website hat ihren Sitz in Luthers Heimat,dem Mansfelder land.Da anzunehmen ist,das dass Thema der Reformation auch in den Unterrichtsfächern künftig eine Rolle spielen wird,empfehlen wir Ihnen diese Site.Für Schüler,Eltern und Lehrer wurde auch eine spezielle Seite eingerichtet.Schauen Sie sich die Website an und empfehlen Sie diese weiter.Wenn Sie Anregungen zur weiteren Verbesserung haben so setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung luther2017@web.de Zugleich fragen wir an ob Interesse an einer Verlinkung besteht.Bitte teilen Sie uns dazu Ihre Antwort mit.
Mit freundlichen Grüssen
G.Troege
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