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Szenenfoto aus “Die Welle”: “Weder Bildung noch Stand noch Geld schützen davor, in eine solche Diktatur reinzurutschen”

Das Lesen des Buches “Die Welle” von Morton Rhue hat bei mir eine Lawine an Fragen losgelöst… manche habe ich bereits hier und hier gestellt… da arbeitet es aber noch ziemlich heftig in mir. Vor allem wenn ich die Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Bildung anschaue, da stehen mir die Haare zu Berge…

Heute habe ich erfahren, dass der Film “Die Welle” am Donnerstag ins Kino kommt, mit Jürgen Vogel als Lehrer und Jennifer Ulrich als rebellischer Schülerin. Im Interview der SpiegelOnline “Schulspiegel” sprechen sie über Tücken elitärer Gruppen und Verführung durch Macht.

Du wirst subtil verführt: Im Vordergrund steht der Gemeinschaftsgeist. Den braucht jede Gruppe, die etwas erreichen will – Greenpeace, die FDP-Jugend, die Pfadfinder oder die Globalisierungsgegner, die in Heiligendamm waren. Es geht darum, gemeinsame Werte und Ideale zu haben, zusammen zu feiern, etwas zu unternehmen. Es geht um das Gefühl, gemeinsam für etwas zu sein – und gegen etwas….

<Quelle und Gesamt Interview>

Mich beschäftigt immer noch diese Frage der subtile Verführung: Passiert sie heute noch?

Vor kurzem las ich bei Oliver Heuler unter anderem über ein Buch namens “Liberal Fascism” und er kommt auf der Faschist in uns allen zu sprechen… in seinem Beitrag ging es vielmehr um Bildung und der (in der Auslandspresse) immer wiederkehrende Entrüstung, der Schulpflicht stamme von Hilter. Zum Schluss schreibt Herr Heuler:

Übrigens: Man kann der Schule Vieles vorwerfen, aber erfolglos ist sie nicht:

Die Schule ist ein raffiniertes Herrschaftsmittel des Staates, geschaffen (bzw. aus ähnlichen Ansätzen konkurrenzgefährlicher Stellen – Kirche, Städte, Private – usurpiert), um von Kindesbeinen an alle Staatsangehörigen an Gehorsam zu gewöhnen, ihnen die Suggestion von der Notwendigkeit des Staates in Fleisch und Blut übergehen zu lassen, jede Emanzipationsidee im Keime zu lähmen, die Entwicklung ihres Denkens in wohlgehegte Bahnen zu lenken und sie zu bequemen, regierbaren, demütigen Untertanen zu drillen.
Walther Borgius, 1930

Auch aus dieser Zeit: Marx/Engels, die in ihren Manifest der Kommunistischen Partei geschrieben haben:

Wir kommunisten entreißen die Erziehung dem Einfluß der herrschenden Klasse, (…) indem wir an die Stelle der häuslichen Erziehung die Gesellschaft setzen.

Aus: Marx, Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag, Berlin 1930, S. 63.

Das ganze hat System, wenn du mich fragst. (Dabei darf ich nicht an andere Entwicklungen denken, z. B. “Denunziation genügt. Jeder kann jeden beim Gericht als angeblichen Betreuungsfall anzeigen.” Gestern gepostet unter: Willkür der deutschen Betreuungsmachinerie.) Die Frage ist, was können wir dagegen tun?

Für den Rest eures Lebens werdet ihr niemals mehr zulassen, dass der Wille einer Gruppe die Oberhand über eure Rechte als Einzelmenschen gewinnt.

aus: Die Welle, Morton Rhue, Ravensburger Verlag, 2008 S. 176

Wer kommt mit ins Kino?

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