Geben nicht hunderttausende Abiturienten und Studenten IRGENDWELCHER Fächer in genau den Schulfächern anderen Abiturienten NACHHILFE - und zwar wohl deshalb, weil die VORMITTAGS ACH SO QUALIFIZIERTEN, beamteten Lehrkräfte dieselbe Leistung (die die Bevölkerung und Politkern Eltern nicht zutrauen mögen) millionenfach bewiesenermaßen nicht erbringen??? Lernen also nicht die MEISTEN Schülerinnen und Schüler NACHMITTAGS von Eltern oder (meist) Gleichaltrigen BESSER genau das, was “man” nur den studierten Lehrkräften zu lehren zutrauen, wo diese aber erkennbar auf der ganzen Linie versagen?
Nur einfach so eine Frage. Ich freue mich auf eure Einsichten!
10. März 2008 at 4:10 Uhr nachmittags
Wenn die staatlich besoldeten Lehrer ihren Unterricht so gut machen würden, wie sie selber und unsere Bildungspolitiker immer behaupten, gäbe es wohl kaum einen derartigen Boom auf dem Machhilfemarkt. Etwa jeder vierte Schüler nimmt inzwischen Nachhilfe in Anspruch (und dabei sind die Kinder, deren Eltern sich als “Hilfslehrer” betätigen, sicher noch gar nicht mit berücksichtigt).
10. März 2008 at 4:49 Uhr nachmittags
Ja, es ist interessant, dass kaum jemandem dieser Gedanke kommt. Wenn der Lehrer meinem Kind etwas nicht richtig vermitteln kann, und ich selber meinem Kind zu Hause sowieso helfe und begleite oder ihm Nachhilfe organisiere, damit es überhaupt weiter- bzw. mitkommt, warum wird der Lehrer bezahlt und warum muss mein Kind überhaupt in die Schule?
12. März 2008 at 7:12 Uhr nachmittags
dazu fällt mir John Holts Annahme in “Learning all the time” ein, der zu der Schlußfolgerung kam, daß belehren und somit auch lehren zu 90 Prozent schädlich sei, weil es zum ersten dem Kind den Eindruck vermittle, es sei zu klein um das Gelehrte zu verstehen und zu doof um es selbst zu entdecken/zu erforschen.
12. März 2008 at 7:18 Uhr nachmittags
… es wird immer das Eigenpotential des Kindes gleich Null gesetzt, obwohl man doch so gut an Vorschulkindern beobachten kann, daß diese die Welt um sich herum in sich aufsaugen, als wollten sie um nichts in der Welt auch nur ein kleinstes Detail verpassen. Es ist so inspirierend die Intensität in dem Leben eines Kindes einzuatmen und auch hier bin ich von John Holt Erkenntnisse fasziniert, der meint, daß Kinder durch Schule sich das Lernen abgewöhnen und statt dessen nur noch die Strategie des geringsten Widerstandes praktizieren.
27. März 2008 at 11:23 Uhr vormittags
ich denke man macht es sich sehr einfach wenn man die Schuld alleine oder ursächlich bei den Lehrern sucht ( Ich müsste heute KEIN Lehrer sein ).
Natürlich sind die Anforderungen gewachsen. Aber wer heute im Berufsleben “seinen Mann stehen will” der braucht schon einen ordentlichen Schulabschluss. Ob mit Nachhilfe oder ohne.
28. März 2008 at 3:01 Uhr nachmittags
Hm. Der Beitrag soll weniger die Schuld oder Ursache nicht zwingend die Lehrer in die Schuhe schieben.
Es ist vielmehr die Frage nach der Bildungsmonopol, die wir in Deutschland haben.
Einerseits sind solche Ausnahmen, wie “Homeschooling” hier garnicht gewünscht, obwohl eine einfache Go.ogle Search (und auch seriöse Studien) zeigen, diese ist eine weltweite Bildungsalternativ. Der Bundesrepublik Deutschland aber beharrt darauf, dass man nur von staatlich anerkannte Lehrpersonal gebildet werden kann.
Andererseits haben wir eben die Kinder, die enorme “Vorteile” im Bildungswesen de facto aufweisen, nämlich die, deren Eltern (sei es sie selbst oder durch Outsourcing: Nachhilfelehrer) eine enge und private Möglichkeit ihren Kindern anbieten, um das, was sie in der Schule hätten lernen sollen, beizubringen.
Der Monopol ist einerseits politisch und andererseits persönlich, finanziell zu sehen. Und es scheint mir: diese politische Monopol ist gewollt (jedenfalls seitens der Politik).
Das nimmt nichts davon weg, dass Kinder sich bilden müssen, um in der Welt “seinen Mann stehen zu können”.