28. März 2008
Der Talentierte Schüler und sein Feind
Posted by anitz under Quer gelesen | Schlagworte: Bildungsreform |Gerade entdeckt und da frage ich mich, was ihr von diesen Zitat findet?
Würde man einen Chirurgen 50 Jahre in die Vergangenheit schicken und verlangen, dass er in einem OP-Saal eine Operation durchführt, würde er das wohl als Aufforderung zur fahrlässigen Tötung auffassen.
Versetzt man einen Lehrer 50 Jahre zurück in ein Klassenzimmer, könnte er nahtlos weiterunterrichten, denn geändert hat sich seither nicht so viel: Die Anordnung im Klassenzimmer ist meist immer noch dieselbe und auch die Anforderungen an die Schüler.<Quelle und gesameten Beitrag lesen>
Danke nochmals an Lia für ihr Buch Tipp!
Fragen dazu:
- Stimmt diese Behauptung? Oder kann man eine differenzierte Antwort darauf geben?
- Wie kann eine Schulpolitik aussehen, das nicht nur Zukunftsweisend ist, sondern auch ganz einfach alltagstauglich ist?
- Kann man eine zukunftsorientierte Schulpolitik mit mehr, weniger oder andere staatliche “Kontrolle”/”Lenkung” erreichen?
- Oder: Steht und fällt die einzelne Schulerfolg bei der jeweilige Schule/Schulleitung?
- Oder: Ist eine erfolgreiche Schulpolitik abhängig von der individuellen Begebenheiten, die jede Schüler zu Hause mitbekommt (elterliche Bildungsgrad, gesellschaftlichen Rang, Liebe und Geborgenheit, usw…)?
Was sagst du?
6. April 2008 at 11:58 Uhr nachmittags
Diese Aussage finde ich schlecht, sie ist nicht stimmig. Ein hervorragender Chirurg sollte unter den einfachsten Bedingungen operieren können, man denke an ein Katastrophen-Szenario, da hilft es keinem Opfer weiter, wenn der Chirurg durch verlorene Hightech-Geräte handlungsunfähig geworden ist. Die Rettung kann nur ein Chirurg sein, der trotzdem, also auch unter den vor-fünfzig-Jahren-Bedingungen gute Arbeit leisten kann!
Der Lehrer würde wahrscheinlich sehr, sehr erleichtert sein, wenn er in einer Klasse von vor fünfzig Jahren unterrichten würde. Da waren die SchülerInnen doch noch sehr viel disziplinierter, bräver würde ich sagen, weniger abgelenkt und noch nicht überfrachtet durch die Produkte der schwirrenden Multimedia-Werbungs-Karriere-Polit-Traffic-Welt. Und daß die Anforderungen an die Schüler immer noch die gleichen wären, halte ich für eine unzutreffende Beobachtung. Selbst zu meiner Schulzeit (in den siebziger Jahren) waren die Anforderungen schon nicht mit den heutigen identisch.
Was den größtenteils gleich gebliebenen Unterrichtsstil (Frontalunterricht etc.) angeht, so zitiere ich mal einen Bildungsforscher (in dt. Übersetzung):
(aus: Alan Thomas: Bildung zu Hause - Eine sinnvolle Alternative. tologo verlag, Leipzig 2007. S. 51 f.)
http://www.tologo.de/bildung-zu-hause/
Würde ich absolut mit Ja beantworten. Die Leitung ist ungeheuer ausschlaggebend dafür, wie der “Gesamtorganismus” funktioniert, auch dafür wieviel Menschlichkeit in der Schule Platz finden kann. Für den einzelnen Schüler, die einzelne Schülerin und deren Erfolge ist dann natürlich auch noch ausschlaggebend, wie er/sie mit den Lehrpersonen zurechtkommt. Aber auch diesbezüglich hat eine gute Schulleitung erheblichen Einfluß bzw. wird entsprechend eingreifen, wenn nötig.
Auch hier würde ich ansolut mit Ja antworten. Wenn Elternhaus und Schulwelt zusammenpassen, hat der Schüler, die Schülerin die besten Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Schullaufbahn (im Rahmen seiner/ihrer Möglichkeiten und vorausgesetzt, daß die richtige und keine über- oder unterfordernde Schulart gewählt wurde). Zur Welt weiterführender Schulen passen natürlich bürgerliche, gut situierte familiäre Rahmenbedingungen. Liebe und Geborgenheit zu Hause geben dem Kind überhaupt erst die Stabilität, in einer Welt voll Konkurrenz und Leistungsdruck zurechtzukommen. Ausnahmen von Kindern, bei denen zu Hause dies alles vorhanden ist aber die dennoch zu Schulversagern werden, bestätigen m. E. in diesem Fall die Regel.