Die größte Unterrichtsstunde der Welt

 

Im Mittelpunkt der Aktionen in diesem Jahr steht der Globale Aktionstag am 23. April 2008. Inhaltlich geht es diesmal insbesondere um die Frage der Diskriminierung und Ausgrenzung in Bildungssystemen.

Rund um den Globus wird an diesem Tag in Schulen und an anderen Orten die gleiche Unterrichtsstunde über die Notwendigkeit von Chancengleichheit im Bildungswesen abgehalten und damit eine riesige globale Öffentlichkeit erzeugt.

Neben der Teilnahme am Weltrekordversuch können Sie im Rahmen der Kampagne auch Politiker und Politikerinnen in die Schule einladen oder mit den Schülerinnen und Schülern Forderungen an die Politik erarbeiten.

Wie können Sie daran teilnehmen?

  • Führen Sie die Stunde am 23. April 2008, 10.00 Uhr durch oder planen Sie eine andere Aktion im Rahmen der Kampagne.
  • Schicken Sie uns die Rückmelde- und Anmeldebogen ausgefüllt zurück.
  • Im Anschluss erhalten Ihre Schülerinnen und Schüler eine Teilnahmeurkunde.

Das deutschsprachige Materialpaket mit dem Ablaufplan der „größten Unterrichtsstunde” können Sie im Kasten „Download“ ebenso herunterladen wie das Basispaket mit allgemeinen Hintergrundinformationen und Unterrichtsmaterialien. Darüber hinaus können Sie beim Bereich Internationales des GEW Hauptvorstandes Flyer, Plakate, Buttons sowie die Druckversion (Broschüre) des Basispaketes unentgeltlich bestellen.

Besonders für Kinder und Jugendliche aus armen Familien und aus Familien mit Migrationshintergrund sowie für Kinder mit Behinderungen wirkt sich das deutsche Schulsystem mit seiner strikten Trennung zwischen den verschiedenen Schultypen als “De-facto-Diskriminierung” aus, heißt es in dem vor einigen Monaten vorgelegten Bericht des UN-Sonderberichterstatter Vernor Munoz über das deutsche Bildungswesen. Während seiner Recherchen in Deutschland erfuhr Muñoz unter anderem, dass “viele Kinder und Jugendliche” aus Flüchtlingsfamilien “aus Angst vor einer möglichen Entdeckung und Abschiebung der Schule fernbleiben”, heißt es.

Muñoz verweist dabei ausdrücklich auf die Position der Bundesregierung, die das Ausländerrecht über die allgemeinen Menschenrechte stellt, und rät zu einer “ausführlichen nationalen Debatte” über die “Marginalisierung von Schulkindern”.

Als Antwort auf den Bericht ließ Berlin lapidar verlauten, eine “bewusste bildungspolitische Ungleichbehandlung von Kindern mit Migrationshintergrund” sei “nirgends in Deutschland erkennbar”. Tatsächlich jedoch erledigen Zehntausende von Flüchtlingskindern ihre Hausaufgaben täglich unter beschwerlichen Bedingungen: Wie Menschenrechtsorganisationen berichten, sind sie oft in Lagern, zum Teil sogar in Stahlcontainern untergebracht, die über eine Wohnfläche von in der Regel maximal 6 Quadratmetern pro Person verfügen und zudem meist weit von Schulzentren und anderen Orten sozialen Lebens entfernt sind.

Den Original-Beitrag kann man hier http://www.gew.de/Die_groesste_Unterrichtsstunde_der_Welt.html finden.

Kinder und Jugendliche, die nicht zur Schule gehen, und eventuell deren Eltern wollen sich vielleicht auch zu diesem Thema einbringen. Wer mag, kann dazu hier unter Comments Anregungen hinterlassen, wie wir das handhaben könnten, oder auch mich direkt unter Kontakt Eljascha anschreiben.

Interessant fände ich auch, wenn wir anschließend an diese Aktion hier vergleichende Stellungnahmen von Schülern, die in Schulen gehen, und deren Eltern, und Kindern und Jugendlichen, die ohne Schule lernen, und deren Eltern sammeln und präsentieren könnten.