… das gilt für Europa und die Politik im Rahmen europäischer Zusammenarbeit ebenso wie für Deutschland und die nationale Bildungspolitik.
In puncto Europa haben es die Iren mal wieder bewiesen: Frägt man die Bürger direkt und überlässt ihnen die Verantwortung, entscheidende Sachverhalte zu beurteilen, so kommt etwas ganz anderes heraus, als wenn man dieselben Entscheidungen den von uns gewählten Politikern, die ja eigentlich in unserem Interesse handeln müssten, überlässt.
Sehr zutreffend, was da auf dem Honigbrot-Blog zu lesen ist:
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Die Iren haben gemacht, was jeder gemacht hätte, den man drüber abstimmen lässt, ohne dass er sein Gehalt von der EU bezieht, oder hofft, dies nach dem Ende seiner bundespolitischen Karriere zu tun. Sie haben “nein” gesagt zu einem Regelwerk, das Europa dem Bürger so transparent macht wie Lagerfelds Sonnenbrille. Ein Vertrag, der einem vorkommt wie ein Blanco-Scheck von dem man nie weiß, ob er nicht auch das Zeug zum Boomerang hat.
Europa ist noch immer ne tolle Idee, das finden selbst die Iren. Es müsste aber ein Bürgereuropa werden und kein Bürokrateneuropa. Demokratie ist aber, wenn statt der Bürokraten die Bürger anstimmen dürfen, zumindest in Irland war das jetzt mal wieder so möglich. Das muss an diesen saftigen Wiesen liegen.
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Die Bürger sind nah und praktisch am realen Geschehen dran, es fehlt die trennende Distanz einer Bürokratenschreibtischbreite, um sie die Dinge automatisch in §§- und Qualitätsstandards-Schubladen einordnen zu lassen. Das bedeutet insbesondere in puncto Bildung und Lernen, den entscheidend richtigen Blick zu haben. Die pädagogische Forderung nach Beachtung der individuellen Stärken und Schwächen des Lernenden, die duch die Regelwerke der Schul-Gesetze und -Verordnungen pervertiert wird, verwirklichen Bürger im Interesse ihrer Kinder unter oft großen Opfern durch Privatschulgründungen, Nachhilfeunterricht, Freizeit-Kurse und Bildung zu Hause. Dass ihnen dabei gerade in Deutschland Hinkelsteine in den Weg gelegt werden, ist bekannt.
Kritische Experten, insbesondere aus Ländern, wo der gestaltende Beitrag der Bürger auf dem Bildungssektor einfacher oder sogar erwünscht ist, fordern klar einen größeren Einfluss der Zivilgesellschaft im Bildungssektor.
Demokratie bedeutet Herrschaft, die vom Volk ausgeht und durch das Volk in seinem Interesse ausgeübt wird.
In einer freien und pluralistischen Gesellschaft, in der keine der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Wertvorstellungen andere unterdrücken soll, kann durch zivile Entscheidungsprozesse und vielfältige Gemeinschaftsprojekte, die nebeneinander bestehen werden, den Anforderungen der Einzelnen optimal entgegengekommen werden. In einem Bildungssystem, das frei und vielfältig ist, werden Schüler mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen genau die ihnen gerecht werdenden Bildungswege und Lernmodule ohne bürokratische Gängelung in Anspruch nehmen können.
Lesen Sie dazu auch:
C. W. Beck: The Decline of Modern Schooling and the Emergence of a New Civic Sector of Education
Was ist woanders besser?
- in Frankreich gibt es ein staatliches und staatlich finanziertes Fernschulwesen (CNED) für alle, die sich für diesen Bildungsweg entscheiden.
- In Österreich gibt es den organisierten häuslichen Unterricht, kleine private Schulgründungen in Elternverantwortung, ohne jegliche bürokratische Gängelung.
Was fordern wir?
- Die Anerkennung von Fernunterricht zur Erfüllung der Schulpflicht bei staatlich bereits anerkannten Schulträgern wie z. B. der Deutschen Fernschule (DF) und der Flex-Fernschule.
- Die Genehmigung sogenannter Familienschulen – kleiner privater Lerngruppen in Elternverantwortung – ohne bürokratische Gängelung.