Da der 11. März bei allen, die hier in Deutschland mit Schule zu tun haben, vermutlich bis auf Weiteres mit dem Amoklauf von Winnenden verbunden sein wird, liste ich hier etwas verspätet noch die Links zu einigen Artikeln, die sich meines Erachtens des Themas besonders aussagekräftig und seriös angenommen haben.

Neue Rheinische Zeitung vom 25.03.2009:

Zum „School Shooting“ von Winnenden

Von Professor Freerk Huisken

Sind Amokläufer wie Tim K. aus Winnenden “defekte Monster“ wie wir in TV-Talkshows von Politikern und Fachleuten erfahren? Warum suchte er wie Robert S. und Sebastian B. seine ehemalige Schule auf, um mit dem Revolver seines Vaters dort und nicht in einer Fußgängerzone oder in einem Kaufhaus um sich zu schießen? Der Pädagoge Freerk Huisken ist davon überzeugt, dass Tim K. und seine Vorgänger mit ihren Massakern Rache nahmen – für Erfahrungen, die sich ihnen als seelische Beschädigungen darstellten. Der Begriff „School Shooting“ zollt diesem Zusammenhang bereits Anerkennung. – Die Redaktion

Wenn der Philologenverband anlässlich des Amoklaufs von Winnenden eine „Gefahrenzulage für Lehrkräfte“ fordert, hat er in gewisser Hinsicht den Nagel auf den Kopf getroffen. Offensichtlich gibt es auch hierzulande – die US-amerikanische Schulen mit ihren Überwachungssystemen stehen ohnehin dafür – immer wieder Schüler, die die Schule als eine Art Frontabschnitt erfahren, an dem Lehrkräfte sie so drangsalieren, dass sie glatt an Gegenwehr oder Rache denken. Pure Einbildung oder verfehlte subjektive Deutung eines recht harmonischen Schullebens durch einen Schüler, der die Welt nur noch durch die Brille von Counterstrike-Szenarien sieht, ist das nicht. Man muss gar nicht viel geistigen Aufwand betreiben, um an der Schule Seiten festzuhalten, die Schüler derart „frustrieren“, dass sie immer mal wieder den „ungerechten“, autoritären oder rücksichtslosen Lehrern mindestens im Geiste Rache androhen.

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Augsburger Allgemeine vom 12.03.2009:

Experte Götz Eisenberg

„Ich fürchte, es wird mehr Amokläufe geben“

Götz Eisenberg (geboren 1951) ist Gefängnispsychologe im Erwachsenenstrafvollzug der Justizvollzugsanstalt Butzbach. Er hat das Buch „Amok – Kinder der Kälte“ geschrieben. Niko Steeb sprach mit ihm über den Amoklauf von Winnenden.

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sueddeutsche.de vom 17.03.2009:

„Der Amokläufer in uns“

Annette Ohme-Reinicke unterrichtet an einer Berufsschule in Fellbach. Der Ort liegt nur wenige Kilometer von Winnenden entfernt. Viele ihrer Schüler hatten Freunde an der Albertville-Realschule, dem Tatort des Amoklaufes. Auf sueddeutsche.de erzählt sie, wie die Jugendlichen auf die schreckliche Tat reagieren – und ob es möglich ist, nach dieser Tat zum Unterrichtsalltag zurückzukehren.

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Und da dies nicht der erste Amoklauf in einem beschaulichen schwäbischen Städtchen war, ergänzend hier noch ein Link für historisch Interessierte:

Der erste Amokläufer von Winnenden – FAZ.NET vom 13.03.2009