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5 Antworten to “Kontakt”

  1. demokratieblog sagt:

    Warum heißt der Untertitel des Blogs “Wir setzen uns für ein starkes Deutschland ein!”? Für mich hat das so einen nationalistischen Beigeschmack. Ich nehme mal an, dass es nicht so gemeint ist. Aber was wollen die Autorinnen uns mit dem Untertitel sagen?

  2. eljascha sagt:

    Ich muß zugeben, daß mir das beim Zitieren des Blogtitels auch auffiel, dieser (in Deutschland leicht assoziierte) nationalistische Beigeschmack. Aber ich frage mich, ob wir uns nicht so weit von der Vergangenheit emanzipieren sollen, daß wir solche Assoziationen als unbegründet fallen lassen können.

    Die offizielle Politik, Rechtsprechung und Gesetzgebung distanziert sich - gerade in der Schulgesetzgebung (!) - ja gar nicht von der nationalsozialistischen Vergangenheit, im Gegenteil wird so getan, als wäre die Herkunft des Umganges mit Schülern überhaupt kein Problem.

    Zu erkennen zu geben, daß gute und vielfältige (weil dann bestimmt für jeden Lerntyp was dabei sein wird) Bildungsmöglichkeiten die Nation als solche stärken, empfinde ich nicht als verwerflich - daher habe ich mich dann auch nicht weiter um den Untertitel “Wir setzen uns für ein starkes Deutschland ein.” gekümmert.

    Sich in Bildungsangelegenheiten für ein starkes Deutschland einzusetzen heißt aus meiner Perspektive z. B. _nicht_, daß Kinder jeglicher Herkunft schon im Kindergarten zum Deutschsprechen gezwungen werden sollen. Im Gegenteil, ich befürworte eine Herangehensweise (die von einer UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Bildung aus Bolivien als vorbildlich berichtet wurde), welche die Kinder zuerst in ihrer jeweiligen Muttersprache unterrichtet, um sie erst allmählich und zwanglos in die Landessprache einzuführen. Also nicht “Deutsch (und evt. Deutschland) über alles”, sondern schauen, wie wir mit der vorhandenen kulturellen Vielfalt so umgehen können, daß möglichst viele Menschen davon profitieren können.

    Dazu gehört m. E. auch, Sprachen wie Polnisch und Türkisch in den Schulen im Fremdsprachenunterricht anzubieten.

    Deutschland ist ein Land, in dem nicht wenige Menschen fremder kultureller Herkunft leben, und es sollte als solches, mit den und für die lange Einheimischen _und_ neuer Dazugekommenen stark sein.

  3. Beate sagt:

    wäre nicht “freies” viel ansprechender? Ich meine stark hat für mich auch den Beigeschmack von stark versus schwach, von Macht gegen Ohnmacht und geht es uns nicht vielmehr um eine freie, individuelle, sensible Entwicklung?

  4. Großstadtpflanze sagt:

    Über den Untertitel “starkes Deutschland” hatte ich mich ehrlich gesagt auch etwas gewundert. Ich assoziiere “stark” eher im Sinne von “überlegen” und muss dabei an Wirtschaft oder Aussenpolitik denken :-) Mit Bildungsfreiheit verbinde ich diesen Begriff nicht. Mir würde ein Untertitel “Wir setzen uns für Bildungsfreiheit in Deutschland ein” oder wie von Beate vorgeschlagen “… ein freies Deutschland ein” besser gefallen.

  5. demokratieblog sagt:

    “freies Deutschland” finde ich auch nicht viel besser als “starkes Deutschland”. Es klingt so, als würde Deutschland unterdrückt (von wem denn?) und müsse sich nun daraus befreien. So als befände sich Deutschland irgendwie in einer Opferrolle.

    Überhaupt: Was versteht ihr eigentlich unter “Deutschland”? Ist es ein Staat (mit all seinen repressiven Strukturen und Verwaltungsapparaten)? Ist es ein geografisches Gebiet? Sind es die Menschen, die da wohnen? In welchem Sinne ist Deutschland ein Subjekt, das stark oder frei werden solle? Und wofür wäre das wichtig? Welchen Bezug hat es zur Bildungsfreiheit?

    Den Vorschlag “Wir setzen uns für Bildungsfreiheit in Deutschland ein” finde ich gut.

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