Von Bianka hat Bildungsvielfalt einen Blog Award bekommen. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür!

Den “Brilliant Weblog Award” bekommen Websites und Blogs, die besonders wegen ihrer Aktualität, Themen und der Designs auffallen.

Hier sind die Regeln für den Award:

1. Die Ausgezeichneten dürfen das Logo mitnehmen und auf ihrem Blog platzieren.
2. Als Dank setzen sie einen Link zu der Seite, welche sie ausgezeichnet hat.
3. Sucht euch mindestens 7 Blogs aus, welchen ihr diese Auszeichnung verleihen möchtet. Blogs welche eurer Meinung nach brillant in in ihrem Fachgebiet oder im Design sind!
4. Setzt einen Link zu diesen Seiten.
5. Benachrichtigt die Blog-Betreiber, dass sie mit dem Award “Brillante Weblog” ausgezeichnet wurden.

Ich verleihe den Blog Award an folgende Blogs und Websites weiter:

Informationszentrum Leben ohne Schule
SCHUL-KRITIK.de
bildungsfreiheit.org

Rette sich wer kann!
keimform.de

Kreide fressen
Jugendbücher-Blog
Ratgeber Kinderbuch

Einen Besuch dieser Seiten empfehle ich allen LeserInnen natürlich gerne und ganz besonders.

Was mir noch wichtig ist:
Ich persönlich knüpfe an die Weitergabe des Blog Awards keinerlei Erwartungen bezüglich der Einhaltung der oben genannten Regeln. Ich nutze aber gerne die Möglichkeit, auf diese Weise Seiten, die ich lesenswert finde, ein bißchen bekannter zu machen.

… das gilt für Europa und die Politik im Rahmen europäischer Zusammenarbeit ebenso wie für Deutschland und die nationale Bildungspolitik.

In puncto Europa haben es die Iren mal wieder bewiesen: Frägt man die Bürger direkt und überlässt ihnen die Verantwortung, entscheidende Sachverhalte zu beurteilen, so kommt etwas ganz anderes heraus, als wenn man dieselben Entscheidungen den von uns gewählten Politikern, die ja eigentlich in unserem Interesse handeln müssten, überlässt.

Sehr zutreffend, was da auf dem Honigbrot-Blog zu lesen ist:

[...]

Die Iren haben gemacht, was jeder gemacht hätte, den man drüber abstimmen lässt, ohne dass er sein Gehalt von der EU bezieht, oder hofft, dies nach dem Ende seiner bundespolitischen Karriere zu tun. Sie haben “nein” gesagt zu einem Regelwerk, das Europa dem Bürger so transparent macht wie Lagerfelds Sonnenbrille. Ein Vertrag, der einem vorkommt wie ein Blanco-Scheck von dem man nie weiß, ob er nicht auch das Zeug zum Boomerang hat.

Europa ist noch immer ne tolle Idee, das finden selbst die Iren. Es müsste aber ein Bürgereuropa werden und kein Bürokrateneuropa. Demokratie ist aber, wenn statt der Bürokraten die Bürger anstimmen dürfen, zumindest in Irland war das jetzt mal wieder so möglich. Das muss an diesen saftigen Wiesen liegen.

[...]

Die Bürger sind nah und praktisch am realen Geschehen dran, es fehlt die trennende Distanz einer Bürokratenschreibtischbreite, um sie die Dinge automatisch in §§- und Qualitätsstandards-Schubladen einordnen zu lassen. Das bedeutet insbesondere in puncto Bildung und Lernen, den entscheidend richtigen Blick zu haben. Die pädagogische Forderung nach Beachtung der individuellen Stärken und Schwächen des Lernenden, die duch die Regelwerke der Schul-Gesetze und -Verordnungen pervertiert wird, verwirklichen Bürger im Interesse ihrer Kinder unter oft großen Opfern durch Privatschulgründungen, Nachhilfeunterricht, Freizeit-Kurse und Bildung zu Hause. Dass ihnen dabei gerade in Deutschland Hinkelsteine in den Weg gelegt werden, ist bekannt.

Kritische Experten, insbesondere aus Ländern, wo der gestaltende Beitrag der Bürger auf dem Bildungssektor einfacher oder sogar erwünscht ist, fordern klar einen größeren Einfluss der Zivilgesellschaft im Bildungssektor.

Demokratie bedeutet Herrschaft, die vom Volk ausgeht und durch das Volk in seinem Interesse ausgeübt wird.

In einer freien und pluralistischen Gesellschaft, in der keine der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Wertvorstellungen andere unterdrücken soll, kann durch zivile Entscheidungsprozesse und vielfältige Gemeinschaftsprojekte, die nebeneinander bestehen werden, den Anforderungen der Einzelnen optimal entgegengekommen werden. In einem Bildungssystem, das frei und vielfältig ist, werden Schüler mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen genau die ihnen gerecht werdenden Bildungswege und Lernmodule ohne bürokratische Gängelung in Anspruch nehmen können.

Lesen Sie dazu auch:

C. W. Beck: The Decline of Modern Schooling and the Emergence of a New Civic Sector of Education

Was ist woanders besser?

  • in Frankreich gibt es ein staatliches und staatlich finanziertes Fernschulwesen (CNED) für alle, die sich für diesen Bildungsweg entscheiden.
  • In Österreich gibt es den organisierten häuslichen Unterricht, kleine private Schulgründungen in Elternverantwortung, ohne jegliche bürokratische Gängelung.

Was fordern wir?

  • Die Anerkennung von Fernunterricht zur Erfüllung der Schulpflicht bei staatlich bereits anerkannten Schulträgern wie z. B. der Deutschen Fernschule (DF) und der Flex-Fernschule.
  • Die Genehmigung sogenannter Familienschulen - kleiner privater Lerngruppen in Elternverantwortung - ohne bürokratische Gängelung.

Und Ihre/Deine Meinung?

Ein Artikel aus NEUES DEUTSCHLAND, in der Printausgabe vom 17.03. zum Thema Homeschooling.

Letzte Konsequenz: Homeschooling

Die Schulpflicht erlaubt nur Ausnahmen, aber manche Eltern nehmen die Bildung ihrer Kinder selbst in die Hand

Von Tom Mustroph

 

Das deutsche Schulsystem löst Verunsicherung aus. Bildungspolitiker streiten über Schulsysteme, Bildungsexperten über Formen und Methoden. Eltern und Schüler sind aufgefordert, sich um die bestmöglichen Bildungschancen zu bemühen, sind aber tendenziell überfordert, die richtige Schule für ihre Kinder auszuwählen. Eine Konsequenz, die Eltern aus dieser Malaise ziehen, ist, die Sache der Bildung selbst in die Hand zu nehmen.

In Form der Mitarbeit bei Schulvereinen oder gar der Mitarbeit bei Schulgründungsvereinen unternehmen sie das häufig. Doch aus Sicht mancher Eltern sind auch hier Beharrungsmomente und Widerstände so groß oder die materiellen Möglichkeiten so begrenzt, dass sie den Weg der eigenverantwortlichen Bildung ihrer Kinder mit allerletzter Konsequenz gehen. Das bedeutet dann Homeschooling.

In der Bundesrepublik Deutschland ist das gesetzlich verboten. Nur Ausnahmen sind erlaubt. Bei langer Krankheit etwa dürfen Kinder zu Hause den Stoff halber Schuljahre nachholen. Eltern, die in einem Land arbeiten, in dem keine adäquate Schule zu finden ist, wird gestattet, den Unterricht ihrer Kinder zu Hause zu organisieren. Dabei gelten die deutschen Rahmenpläne. Doch auch über diesen Personenkreis hinaus betreiben Eltern in Deutschland Homeschooling. Zu einem Teil sind dies Eltern, die aus religiösen Gründen (es handelt sich meist um Christen) mit einem Teil des Schulstoffes nicht einverstanden sind. Es häuft sich aber auch die Zahl der Eltern, die wegen der Mängel der Schulen den Unterricht lieber selbst übernehmen wollen.

Carola Winter ist eine von ihnen. Die studierte Molekularbiologin hat ihren Sohn Max vor zwei Jahren wegen des häufigen Unterrichtsausfalls aus der ersten Klasse einer Grundschule genommen und zu Hause unterrichtet. In der oberen Etage des Einfamilienhauses im Grunewald ist eine Schulecke eingerichtet. Ein Schreibtisch steht dort, Lehrmaterialien sind in Fächern geordnet, Landkarten hängen an der Wand. Nicht immer fand der Unterricht hier statt. Manchmal sind Mutter und Sohn ins benachbarte Kinderzimmer gewechselt, manchmal sind sie in den Garten gegangen. Der Unterricht begann zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr, nachdem der Vater, ein Musiker, das Haus verlassen hatte und zur Arbeit gegangen war.

Ungefähr 90 Minuten haben sich die beiden mit den viel Konzentration erfordernden Aufgaben beschäftigt. Danach gab es eine lange Pause und dann waren, ebenfalls ungefähr 90 Minuten lang, sinnlichere Fächer wie Sachkunde an der Reihe. Die werden oft als Projektarbeit gestaltet. Max hat sich ein Thema ausgesucht, dazu recherchiert und das Wissen in einem Vortrag gebündelt.

An manchen Tagen haben die beiden im Garten Fangen gespielt. Eine Musikerin bringt dem Jungen Klavier- und Gitarrespiel bei. Am Nachmittag geht er mit Freunden zum Reiten und zu einem Töpferkurs. Oft kommen die Freunde auch ins Haus, so dass er Kontakt mit Gleichaltrigen hat. Einmal die Woche besucht er einen Hochbegabtenkurs für Biologie und Chemie. Freitags ist der Exkursionstag. Da ging es zum Beispiel in die Domäne Dahlem, um auf einer alten Waage Maße und Gewichte anschaulich zu machen oder ins KaDeWe, als dort ein Aussteller Kinder in avancierte Legotechnik eingeführt hatte.

Die bisherige Bilanz sieht aus Perspektive von Carola Winter positiv aus: »Wir haben festgestellt, dass wir viel schneller durch den Stoff kommen. Wir brauchen ungefähr ein Drittel der Zeit«, sagt sie. Orientierungspunkt waren die Berliner Rahmenpläne. »Über das Netzwerk Homeschooling, in dem auch einige an staatlichen Schulen angestellte Pädagogen mitarbeiten, sind wir an die Lehrerhandbücher gekommen. Die sind übersichtlich aufgebaut. Jede Schulbuchseite ist darin erklärt und es werden Vorschläge für Übungen und die Häufigkeit der Wiederholungen gemacht«, erklärt sie. Am Anfang hatte sie wegen der Schnelligkeit von Max befürchtet, dass er nur oberflächlich gelernt hatte. »Aber dann hatte ich mich überzeugt, dass das Wissen auch sitzt. Bei zuviel Wiederholungen hat sich Max gelangweilt. Also sind wir weitergegangen.«

In zweieinhalb Jahren Hausschule haben die beiden dreieinhalb Schuljahre absolviert. Auch sozial sieht sie Vorteile in ihrer Schulwahl. »Der Kontakt zum Kind intensiviert sich. Man weiß viel besser, womit es sich beschäftigt.« Max, zum Vergleich von Regelschule und Hausschule befragt, gibt der familiären Variante den Vorzug. »Es macht mehr Spaß. Ich lerne mehr«, sagt er. Dass seine Mutter nun die absolute Zentralgestalt seines Lebens ist, scheint den 9-Jährigen nicht zu stören. Gegenwärtig geht er allerdings wieder in die vierte Klasse einer Grundschule. »Wir hatten uns bemüht, für die Aufnahme ins Gymnasium eine externe Prüfung ablegen zu dürfen. Aber das wurde uns nicht gestattet«, erzählt die Mutter. Zugangsberechtigung für das Gymnasium ist das Halbjahreszeugnis der vierten Klasse.

Carola Winter ist keine dogmatische Hausschulverfechterin. Ihren jüngeren Sohn Martin hat sie im Herbst in die erste Klasse eingeschult. »Im Kindergarten war so viel Vorfreude auf die Schule erzeugt worden, dass ich ihm diese Erfahrung nicht nehmen wollte«, erklärt sie. Sie bedauert diese Art der Konditionierung für das Schulsystem ein wenig, richtet sich aber nach den Wünschen des Kindes.

Homeschooling in Deutschland ist mit einem gewissen Risiko behaftet. Weil es formal nicht erlaubt ist – es besteht Schulpflicht – werden Eltern manchmal geduldet, manchmal aber auch von staatlichen Stellen verfolgt. Die Homeschoolingszene weiß von Gerichtsverfahren und angedrohten Gefängnisstrafen zu erzählen. Carola Winter hat von Familien gehört, die es aus diesem Grunde vorgezogen haben, auszuwandern.

In anderen Ländern ist Homeschooling erlaubt. In den USA werden laut amtlicher Statistik 2,2 Prozent der Kinder zu Hause unterrichtet, das betrifft 1,1 Millionen Kinder (Stand 2003). In Großbritannien geht man von 50 000, in Australien von 20 000 Kindern aus. Außer der großen Gruppe religiös divergenter Eltern (40 Prozent der Homeschooling-Eltern in den USA haben sich aus religiösen Gründen dafür entschieden) gehören viele der Eltern, die Homeschooling wagen, den so genannten bildungsnahen Schichten an. Sie wollen ihren Kindern einen besseren Start ins Leben ermöglichen.

Für Homeschooling im Grundschulalter gibt es viele gute Gründe. Die Leistung von Grundschülern ist weniger vom Schulsystem als von der Intensität der Betreuung und Zuwendung abhängig, legen aktuelle Studien nahe. Engagierte Eltern können sich den Grundschulstoff wohl auch leichter erarbeiten. Mit einer ausgebildeten Grundschullehrerin will sich Carola Winter dennoch nicht vergleichen. »Ich kann mein Kind unterrichten. Für den Unterricht einer ganzen Klasse sind ganz andere pädagogische Fähigkeiten notwendig«, sagt sie klipp und klar. Von einer befreundeten Familie in den USA weiß sie, dass Homeschooling auch in höheren Klassenstufen erfolgreich sein kann. »Je höher die Klasse, desto mehr wird auf das eigenständige Erarbeiten gesetzt. Dennoch beschäftigt sich auch die Mutter mit dem Schulstoff und kann das Lernpensum in die richtigen Bahnen lenken«, hat sie erfahren.

Für bildungsnahe Eltern kann Homeschooling durchaus zur Alternative werden. Allerdings müsste sich da zuerst die deutsche Rechtssprechung von der Schulpflicht hin zur Pflicht auf Bildung verändern. Die Bildungspflicht wiederum gäbe Eltern die Möglichkeit, von den Schulen adäquate Leistung zu verlangen. Außerdem müsste die Schulaufsicht auch eine fachliche Kontrolle der Homeschoolingfamilien gewährleisten. Carola Winter wäre damit vollauf einverstanden.

Gegen die Umwandlung der Schulpflicht in eine Bildungspflicht spricht lediglich, dass die Schulfreiheit Tendenzen zur Parallelgesellschaft verstärken könnte. Schule als Instrument zur Zwangsassimilation wäre allerdings ein missverstandener Bildungsauftrag.

*Wiederholung der Sendung vom 31. März:

Montag, 31. März, 1.45 Uhr (NDR)
Dienstag, 1. April, 9.40 Uhr (MDR)
Dienstag, 1. April, 0.20 Uhr (rbb)
Freitag, 4. April, 10.15 Uhr (3sat)
Samstag, 5. April, 7.15 Uhr (hr-fernsehen)
 

Die Gäste der nächsten Sendung am 31.03.2008, 22.45 Uhr DasErste

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Dagmar und Tilman Neubronner

(Bremer Eltern, die gegen die gesetzliche Schulpflicht kämpfen und ihre Söhne zu Hause unterrichten)

Sie sind Deutschlands bekannteste “Homeschooling”-Familie. Seit zweieinhalb Jahren entziehen Dagmar und Tilman Neubronner ihre Söhne der gesetzlichen Schulpflicht und unterrichten Thomas (8) und Moritz (10) zu Hause.

Die Bremer wehren sich nicht aus Prinzip gegen das staatliche Schulsystem, sondern wollen nach eigenen Angaben lediglich ihre Kinder nicht gegen deren Willen zum Schulbesuch zwingen. Nun liegen sie deshalb im Clinch mit den Behörden: Ein Antrag auf Schulpflichtbefreiung wurde abgelehnt, die Familie flüchtete aus Angst vor Sorgerechtsentzug sogar ins Ausland.

Jetzt sprechen Dagmar und Tilman Neubronner bei “Beckmann” über ihre ungewöhnlichen Lehrmethoden und erklären, warum sie “Homeschooling” als Alternative zum Klassenzimmer sehen.

Wenn das nicht gute Nachrichten sind…

Die pädagogische Revolution hat begonnen. Von Christian Füller

Glaubt man, das sowas in Deutschland passiert?

In einem dieser 400 Quadratmeter weiten Areale treffen die Besucher nun zum Beispiel Lisa und Marie. Die beiden sechsjährigen Mädchen arbeiten gerade an ihrem Wochenplan - ganz allein. Eine Lehrerin ist zunächst nicht zu sehen. Nach und nach sind 80 Schüler zu entdecken. Auf einer Tribüne sitzen ein paar Schüler, die sich in Büchern vertieft haben. In einer Ecke ruht ein Mädchen sogar, auf Kissen gebettet. Hinter einem Raumteiler steht schließlich doch eine Lehrerin vor einer größeren Gruppe von Schülern und erklärt etwas. Wenn Gäste verwundert fragen, wo hier eigentlich gelernt wird, dann tippt sich Rektor Tlustek gern mal man an die Stirn: “Hier oben, im Kopf.”

Also, eine nicht alltägliche Artikel über unkonventionelle aber längst überfällige Schulreforme… lesenswert!

Ob es allerdings soweit kommt, dass Familien dieses Recht auf Freies Lernen zugestanden wird, bleibt noch offen….

Lia schrieb dieses Kommentar und dabei hat sie die Weisheit der Dakota-Indianer genommen und in eine Diskussion über die öffentliche Schulsituation eingebracht…

Eine Weisheit der Dakota-Indianer besagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!”

Hört sich doch so simpel an, oder? Aber statt vom toten Pferd abzusteigen wurden in unserem beruflichen (und schulischem) Leben viele Methoden und Strategien - zum Teil bis zur Perfektion - entwickelt, um dem Unausweichlichen doch ausweichen zu können. Kommt Dir die eine oder andere der folgenden Strategien vielleicht bekannt vor?

1. Wir besorgen uns eine stärkere Peitsche.
2. Wir sagen: „So haben wir das Pferd schon immer geritten”.
3. Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
4. Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
5. Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
6. Wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
7. Wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
8. Wir schieben eine Trainingseinheit ein um besser reiten zu können.
9. Wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
10. Wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
11. Wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden.
12. Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, das wir es nicht mehr reiten können.”
13. Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere Pferde gibt.
14. Wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere Pferde.
15. Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden.
16. Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
17. Wir vergrößern den Verantwortungsbereich für tote Pferde.
18. Wir entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde.
19. Wir erstellen eine Präsentation in der wir aufzeigen, was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.
20. Wir strukturieren um damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.

Quelle: [leider unbekannt], aber ich habe es hier gelesen, danke Lia!  Überhaupt hat diesen Beitrag eine sehr interessante Wendung bei der Kommentare genommen!  Lesenswert, finde ich…

Schwerpunkt: Schule

Neben Elternhaus und Wohnumfeld ist die Schule die Institution, die Kinder und Jugendliche am intensivsten prägt. Wie können Lehrer und Betreuer frühzeitig darauf hinwirken, dass Schüler keine menschenfeindlichen und intoleranten Haltungen entwickeln? Wie können Vorurteile und rechtsextreme Haltungen wieder abgebaut werden? Und wie können Rechtsradikale mit ihrer Einflussnahme aus dem Schulalltag ferngehalten werden? Einblicke und Ansätze aus der Erfahrung von Schülern, Eltern, Lehrern und Wissenschaftlern.

<Bundeszentrale für politische Bildung: Schule — Rechtsextremismus>

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Szenenfoto aus “Die Welle”: “Weder Bildung noch Stand noch Geld schützen davor, in eine solche Diktatur reinzurutschen”

Das Lesen des Buches “Die Welle” von Morton Rhue hat bei mir eine Lawine an Fragen losgelöst… manche habe ich bereits hier und hier gestellt… da arbeitet es aber noch ziemlich heftig in mir. Vor allem wenn ich die Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Bildung anschaue, da stehen mir die Haare zu Berge…

Heute habe ich erfahren, dass der Film “Die Welle” am Donnerstag ins Kino kommt, mit Jürgen Vogel als Lehrer und Jennifer Ulrich als rebellischer Schülerin. Im Interview der SpiegelOnline “Schulspiegel” sprechen sie über Tücken elitärer Gruppen und Verführung durch Macht.

Du wirst subtil verführt: Im Vordergrund steht der Gemeinschaftsgeist. Den braucht jede Gruppe, die etwas erreichen will - Greenpeace, die FDP-Jugend, die Pfadfinder oder die Globalisierungsgegner, die in Heiligendamm waren. Es geht darum, gemeinsame Werte und Ideale zu haben, zusammen zu feiern, etwas zu unternehmen. Es geht um das Gefühl, gemeinsam für etwas zu sein – und gegen etwas….

<Quelle und Gesamt Interview>

Mich beschäftigt immer noch diese Frage der subtile Verführung: Passiert sie heute noch?

Vor kurzem las ich bei Oliver Heuler unter anderem über ein Buch namens “Liberal Fascism” und er kommt auf der Faschist in uns allen zu sprechen… in seinem Beitrag ging es vielmehr um Bildung und der (in der Auslandspresse) immer wiederkehrende Entrüstung, der Schulpflicht stamme von Hilter. Zum Schluss schreibt Herr Heuler:

Übrigens: Man kann der Schule Vieles vorwerfen, aber erfolglos ist sie nicht:

Die Schule ist ein raffiniertes Herrschaftsmittel des Staates, geschaffen (bzw. aus ähnlichen Ansätzen konkurrenzgefährlicher Stellen - Kirche, Städte, Private - usurpiert), um von Kindesbeinen an alle Staatsangehörigen an Gehorsam zu gewöhnen, ihnen die Suggestion von der Notwendigkeit des Staates in Fleisch und Blut übergehen zu lassen, jede Emanzipationsidee im Keime zu lähmen, die Entwicklung ihres Denkens in wohlgehegte Bahnen zu lenken und sie zu bequemen, regierbaren, demütigen Untertanen zu drillen.
Walther Borgius, 1930

Auch aus dieser Zeit: Marx/Engels, die in ihren Manifest der Kommunistischen Partei geschrieben haben:

Wir kommunisten entreißen die Erziehung dem Einfluß der herrschenden Klasse, (…) indem wir an die Stelle der häuslichen Erziehung die Gesellschaft setzen.

Aus: Marx, Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag, Berlin 1930, S. 63.

Das ganze hat System, wenn du mich fragst. (Dabei darf ich nicht an andere Entwicklungen denken, z. B. “Denunziation genügt. Jeder kann jeden beim Gericht als angeblichen Betreuungsfall anzeigen.” Gestern gepostet unter: Willkür der deutschen Betreuungsmachinerie.) Die Frage ist, was können wir dagegen tun?

Für den Rest eures Lebens werdet ihr niemals mehr zulassen, dass der Wille einer Gruppe die Oberhand über eure Rechte als Einzelmenschen gewinnt.

aus: Die Welle, Morton Rhue, Ravensburger Verlag, 2008 S. 176

Wer kommt mit ins Kino?

Weitere Artikel:

Auch bei Genügsames Leben gepostet

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