Von Bianka hat Bildungsvielfalt einen Blog Award bekommen. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür!

Den “Brilliant Weblog Award” bekommen Websites und Blogs, die besonders wegen ihrer Aktualität, Themen und der Designs auffallen.

Hier sind die Regeln für den Award:

1. Die Ausgezeichneten dürfen das Logo mitnehmen und auf ihrem Blog platzieren.
2. Als Dank setzen sie einen Link zu der Seite, welche sie ausgezeichnet hat.
3. Sucht euch mindestens 7 Blogs aus, welchen ihr diese Auszeichnung verleihen möchtet. Blogs welche eurer Meinung nach brillant in in ihrem Fachgebiet oder im Design sind!
4. Setzt einen Link zu diesen Seiten.
5. Benachrichtigt die Blog-Betreiber, dass sie mit dem Award “Brillante Weblog” ausgezeichnet wurden.

Ich verleihe den Blog Award an folgende Blogs und Websites weiter:

Informationszentrum Leben ohne Schule
SCHUL-KRITIK.de
bildungsfreiheit.org

Rette sich wer kann!
keimform.de

Kreide fressen
Jugendbücher-Blog
Ratgeber Kinderbuch

Einen Besuch dieser Seiten empfehle ich allen LeserInnen natürlich gerne und ganz besonders.

Was mir noch wichtig ist:
Ich persönlich knüpfe an die Weitergabe des Blog Awards keinerlei Erwartungen bezüglich der Einhaltung der oben genannten Regeln. Ich nutze aber gerne die Möglichkeit, auf diese Weise Seiten, die ich lesenswert finde, ein bißchen bekannter zu machen.

Der 15. Mai ist der Internationale Tag der Familie. Woran denkt man, wenn man Familie sagt? An Mama, Papa, Kind(er), vielleicht noch Oma und Opa, oder auch an Varianten wie Mama, Kind(er), Oma, an gemeinsam verbrachte freie Zeit, Wochenenden, Urlaube, an den Wunsch, Kinder in die Welt zu setzen, die Geburt des neuen Erdenbürgers, ein erstes Babylächeln, das Heranwachsen vom Kleinkind zum Teenager, Diskussionen mit flügge werdenden Jugendlichen, vielleicht an ein Eigenheim, die Familien”kutsche”, Familienfeiern …

Die Politik setzt, wenn es um Familie geht, klare Wegweiser: In den Vordergrund gestellt wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, man denkt an “Verantwortung, Kinderbetreuung, Kindererziehung, Zukunft, Gesellschaft, Engagement”, wenn man Familie sagt. Das hört sich recht prosaisch an und ist es auch. Darauf wird Familie reduziert - ein Wunder, daß die Gebärlust deutscher Frauen nicht zunehmen will?

Eine etwas ältere Dame, Mutter von sechs erwachsenen Kindern, erzählte mir unlängst, mit wieviel Aufmerksamkeit und Anteilnahme sie ihre Kinder vom ersten Augenblick an und während ihres Heranwachsens wahrgenommen und umsorgt hat. Selbstverständlich war sie als Vollzeit-Mutter für sie da, teilte mit ihnen kleine und große Freuden und war ihnen eine Stütze bei Kummer und Sorgen. Sechs Kinder aufzuziehen, bis sie auf eigenen Beinen im Leben stehen, ist eine enorme Leistung, und der älteren Dame merkte ich an, daß sie darauf auch ein wenig stolz war.

Heute ist eine Mutter dann stolz auf sich, wenn es ihr gelingt, trotz Kind(ern) möglichst unterbrechungslos ihre Karriere zu verfolgen. Das ist das Idealbild der Mutter, gebildet, bürgerlich, ambitioniert, das uns die Politik vorgibt. Und zur Erlangung dieses Ideales sollen auch die bundesweiten Aktionstage zum Ausbau der Kinderbetreuung beitragen, die in Deutschland schon mehrmals am 15. Mai, dem Datum des Internationalen Tages der Familie ausgetragen wurden. Mit dem Slogan “Für Kleine Großes leisten” wird klargestellt, daß es keinen Zweifel daran gibt, daß institutionelle Betreuung und Erziehung den familiären Rahmen vollkommen ersetzen kann.

von der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

Do 15.05.2008

“Für Kleine Großes leisten” - Bundesweiter Aktionstag zum Ausbau der Kinderbetreuung

Am heutigen 15. Mai, dem Internationalen Tag der Familie, findet bereits zum dritten Mal der bundesweite Aktionstag der Initiative Lokale Bündnisse für Familie statt. Unter dem Motto “Für Kleine Großes leisten” dreht sich in diesem Jahr alles um den qualitativen und quantitativen Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige. In über 240 Orten überall in Deutschland werden dazu Vorschläge für den Ausbau der Betreuungsinfrastruktur diskutiert, Qualitätskriterien thematisiert und neue Projekte auf den Weg gebracht.

Mit dabei sind Kommunen, Unternehmen, Kammern, Gewerkschaften, Verbände, Stiftungen, freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe, Mehrgenerationenhäuser und alle, die sich für Familien engagieren. Sie sorgen dafür, dass das Thema Kinderbetreuung für die Kleinsten in aller Munde ist.

Lokale Bündnisse für Familie sind auf diesem Gebiet ein wichtiger strategischer Partner in den Kommunen. Sie ermitteln Betreuungslücken, bündeln Ressourcen und entwickeln unbürokratische, innovative und passgenaue Lösungen. Ihre Stärke: Partnerinnen und Partner aus allen gesellschaftlichen Bereichen ziehen an einem Strang. Wichtige Akteure sind dabei in vielen Orten die Betriebe. Das Unternehmensnetzwerk “Erfolgsfaktor Familie” beteiligt sich ebenfalls mit eigenen Beiträgen am Aktionstag.

Die Dynamik der vom Bundesfamilienministerium 2004 ins Leben gerufenen Initiative Lokale Bündnisse für Familie zeigt, wie in einer modernen Gesellschaft viele unterschiedliche Akteure gemeinsam Verantwortung übernehmen - zum Nutzen aller Beteiligten.

Aktuelle Beispiele von Vorort-Aktionen der Lokalen Bündnisse für Familie

Mit der Aktion “Kinderbetreuungsmeter” macht das Bündnis für Familie Coburg auf das Angebot an Betreuungsplätzen in der Stadt aufmerksam. Die Meter stehen hier symbolisch für das pädagogische Personal, die Menschen, die sich engagieren. Jede Mittagsbetreuungs- und Kindergartengruppe bekommt zwei Meter, jede Leihoma, Tagesmutter und so weiter einen Meter. Zusammen mit den Betreuern gestalten die Kinder ihre Meter quer durch die Coburger Innenstadt mit Malen und Basteln.

Das Lokale Bündnis für Familie Magdeburg stellt das Familienzimmer “FaZi” vor. Das “FaZi” bietet seit Beginn des Wintersemesters 2007/2008 eine ergänzende, bedarfsangepasste Betreuung für die Kinder von Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Hochschulstandort Stendal. In Kassel öffnen 18 Kindertagesstätten ihre Türen und geben Einblick in die vielfältige Arbeit. Mit einer Telefonaktion zum Thema “Erziehung und Betreuung” beteiligt sich das Lokale Bündnis für Familie Ellwangen am bundesweiten Aktionstag.

Das Bündnis für Familie Schleswig informiert gemeinsam mit Trägern von Kindertageseinrichtungen in der Stadt mit Info-Ständen über Kinderbetreuung für unter Dreijährige. Unter der Beteiligung von Unternehmerinnen und Unternehmern wird der Familientag 2008 mit Aktionen und Angeboten begangen. Für Kinder wird unter anderem ein Spielmobil unterwegs sein. Im Landkreis Meißen fällt zum Aktionstag der Startschuss für den Wettbewerb für das familienfreundlichste Unternehmen im Landkreis.

Der Aktionstag bildet ebenfalls den Rahmen für die Gründung von neuen Lokalen Bündnissen. So wird im Landkreis Düren das insgesamt 500. Lokale Bündnis der Bundesinitiative gegründet, das gleichzeitig auch das 100. in Nordrhein-Westfalen ist. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und der nordrhein-westfälische Familienminister Armin Laschet schickten ihre Glückwünsche nach Düren. Sie besuchten am Internationalen Tag der Familie gemeinsam den bilingualen Betriebskindergarten der METRO Group AG in Düsseldorf. Weitere Informationen über das Engagement der Lokalen Bündnisse in Sachen Kinderbetreuung liefert die Praxisbroschüre “Die Kleinsten gut betreut - wie gehen wir es an?”, die vom Bundesfamilienministerium herausgegeben wird.

Ausgewählte Publikationen zum Thema

* Die Kleinsten gut betreut - wie gehen wir es an?

Externe Links zum Thema
Für Kleine Großes leisten! Aktionstag der Lokalen Bündnisse für Familie am 15. Mai 2008

URL:http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/familie,did=109886.html

Ein qualitativ hochwertiges Angebot an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder jeden Alters ist in jedem Fall wichtig für all diejenigen, die ihre Kinder wirklich fremdbetreuen lassen möchten oder darauf dringend angewiesen sind. Die Fremdbetreuung, und dabei in erster Linie die institutionelle Betreuung aber so vehement in den Vordergrund zu rücken, diskreditiert den Beitrag der Mütter, Tagesmütter, Väter, Omas usw., die Kinderbetreuung und Erziehung in Eigenregie leisten. Besonders deutlich wird diese Diskreditierung immer dann, wenn einer Politikerin oder einem Politiker mal wieder ein verbaler Ausrutscher unterläuft.

Es erstaunt in diesem Zusammenhang vor allem auch das Wort Bildungsschwänzer. Was geschieht mit den kleinen Kindern, den Unter-Dreijährigen, zu Hause? Dämmern sie dort vor sich hin, haben sie dort keine Gelgenheiten oder wirklich weniger als in einer Institution, um sich zu bilden?

Letztes Jahr in Oktober postete ich einen Artikel von Fritz Reheis “Nicht für das Leben, für die Schule lernen wir…“.  Darin beschreibt er was mittlerweile auch unter Franchising und Marktwirtschaft längst gängige Praxis darstellt:  Konsum, konsum, konsum.  Alles reinstopfen, wenig Zeit zum Verdauen, Verweilen, In-sich-aufnehmen.  Denn der nächste Happen Wissen drängt sich förmlich auf… (irgendwo hatte ich auch von “Bulimie-Bildung” gelesen:  alles in sich reinstopfen und für die Lernkontrolle wieder auskotzen… nicht besonders “appetitlich”…)Da staunte ich nicht schlecht, als ich gestern folgendes gelesen hatte:

“Pauken ohne Pause - Streit ums Turboabitur”

Nicht für die Schule, fürs Leben lernen wir. Aber möglichst schnell. Ab dem kommenden Sommer wird in fast allen Bundesländern das “G8″, das achtjährige Gymnasium, eingeführt sein. Doch die Bewältigung der gleichen Stoffmenge in weniger Zeit setzt Schüler und Lehre unter Druck. Sie beklagen, dass kaum Zeit für die Vertiefung eines Themas bleibt - geschweige denn für die Hobbys am Nachmittag. Macht die Schule unsere Kinder kaputt?

Zu finden bei TeachersNews als PROGRAMMHINWEIS für Donnerstag, 21. Februar 2008, 22.15 Uhr auf Phoenix:

Anke Plättner diskutiert in der PHOENIX Runde mit Prof. E. Jürgen Zöllner (Bildungssenator in Berlin) Gerhard Braun (Vizepräsident Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände), Susanne Gaschke (DIE ZEIT), Harald Mier (Schulleiter Schadow-Gymnasium Berlin) und Bernd Sibler (CSU, Staatssekretär Kultusministerium Bayern).

Da werde ich vielleicht mein Fernsehabstinenz heute Abend aufheben, denn ich habe vor etwa sechs Jahren das Buch “Die Erziehungskatastrophe–Kinder brauchen starke Eltern” gelesen.  Mir hat die Schreibweise von Frau Gaschke sehr beeindrückt, bei ihren Schreiben kommen Fragen auf, die –wenn man sich Gedanken macht über Bildung, Familien und Politik macht– Beantwortet werden wollen:

Zum Beispiel,

  • ob der Konsens, dass Kinder staatlich betreut werden müssen, damit Mammi und Pappi Geld verdienen können, wirklich so toll ist?
  • Ob die Dogmen der Kindergartenerziehung oft nur die schiere Faulheit und Erziehungsunfähigkeit des Personals kaschieren?
  • Ob die Kriterien der Jugendhilfe Unverantwortlichkeit geradezu züchten (und damit Jahr für Jahr Milliarden verballern, ohne jede Erfolgskontrolle)?
  • Ob die Grundschulen ihrer Aufgabe noch gerecht werden und die Anhäufung immer neuer Anforderungen (sprachliche Früherziehung, Integration etc.) die Schule nicht von ihrem Erziehungsauftrag entfernt?
  • Ob sich hinter Internet- und Medien-Euphorie als Heilmittel für Gymnasial- und Universitätsbildung mehr verbirgt als schiere Resignation?

Was denkst du über diese Fragen?  

(Passt genau zum gestrigen Thema vom Frontal 21:  “Überforderte Schüler. Das Milliardengeschäft Nachhilfe“,
den man sich auch als video ansehen kann.)

Die Ohnmacht der Super Nannys

Thomas Pany

Studie: Erziehungsgeschulte Eltern erzielen kaum bessere Resultate

Eltern-Kind-Kurse können Verhaltensstörungen von Kleinkindern statistisch gesehen kaum verhindern. Der Besuch solcher Kurse hat kaum Auswirkungen auf das Verhalten von Zweijährigen. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung, die in Australien an 700 Kindern durchgeführt wurde und zur ersten ihrer Art gezählt wird.

Forscher des Centre for Community Child Health (CCCH) in Melbourne haben versucht, an 733 Kleinkindern und deren Müttern die Wirksamkeit bestimmter pädagogischer Schulungen für Eltern zu studieren. Hintergrund: Die Wissenschaftler wollten wissen, ob mit solchen “Parental Classes” möglichen Verhaltensprobleme im jüngsten Kindesalter erfolgreich begegnet werden kann. Da individuell verordnete Kurse für bestimmte Eltern begrenzte Reichweite haben und sozial stigmatisierend sein können, wollten die Forscher herausfinden, welche Wirkungen für alle Familien konzipierte Universalkurse haben können, ob sie als Prävention gegen Verhaltensstörungen taugen. Verhaltensprobleme, von denen statistisch gesehen 20 Prozent der Kinder affiziert sind, gelten in der Forschungsliteratur als Wegbereiter für größere persönliche, soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Ergebnisse der australischen Studie werden in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals British Medical Journal veröffentlicht.

Die Studie setzte an, als die Kinder etwa 8 Monate alt waren. Die eine Hälfte der Mütter sollten nach eigenem Gutdünken, ohne irgendwelche Anleitungen, erziehen; ganz so, wie sie es für gut befanden. Die andere Hälfte wurde dazu angeleitet, elterliche Fürsorge-Kurse zu besuchen. Das Programm dieser parenting classes wurde von Erziehungsexperten des CCCH entworfen: Es zielt hauptsächlich darauf ab, Verhaltensaufälligkeiten wie “Trotz” und “Aggression” von Kindern zu vermeiden. Elterliche Fürsorge und die psychische Gesundheit der Mütter sollen ebenfalls verbessert werden. Das Programm der Kurse soll Grundsätze beherzigen, die Lob und Ermutigungen für Kinder den Vorrang vor Kritik und Strafen einräumen. Auf Schreien und Schlagen soll verzichtet werden; ein Kind, das sich schlecht benimmt, sollte eher mit Ignorieren und Auszeiten bestraft werden.

Die Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen der jeweiligen Erziehungspraktiken - mit und ohne anleitende Begleitung - zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten: Als die Kinder 18 und 24 Monate alt waren. Da Kinder und Mütter aus unterschiedlichsten sozialen Schichten kamen, soll das Ergebnis laut den Studienverfassern schichtenübergreifend gelten: Der Besuch der extra konzipierten Kurse, die den Müttern mehr Fürsorge und den kleinen Kindern gutes Verhalten lehren sollte, hat bei den Zweijährigen und ihren Müttern keine signifikanten Spuren hinterlassen.

Mütter, die mit ihrem Krabbelkind solche Kurse besuchten, waren nicht weniger gestresst als die anderen Mütter und die Kinder verhielten sich, soweit dies die Melbourner Wissenschaftler beobachteten, nicht besser als die ungelernten. Trotzdem konnten die Fürsorgeklassen einen Erfolg verzeichnen: Eltern, welche die Kurse besuchten, hatten laut Studie ein kleineres Risiko, zu missbräuchlichen und harten Erziehungsmaßnahmen zu greifen und sie stellten auch keine überzogene Erwartungen an die Entwicklung ihrer Kinder.