Am morgigen Donnerstag, den 12. Februar 2009, von 13:05 bis 14:00 Uhr findet im Rahmen der Sendung „Nordwestradio unterwegs„  eine Podiumsdiskussion statt, die live im Radio übertragen wird und auch als livestream im Internet gehört werden kann. Nähere Informationen zu den Frequenzen und Empfangswegen gibt es unter http://www.radiobremen.de/nordwestradio/frequenzen

Teilnehmer sind Neubronners, Prof. Ladenthin (zugeschaltet), jemand von der GEW-Lehrergewerkschaft – und man versucht auch noch, jemanden von der Bildungsbehörde vors Mikrophon zu bekommen.

Für diejenigen, die in der Nähe wohnen: Die Aufzeichnung ist öffentlich und findet in der „Schulgeschichtlichen Sammlung“, Auf der Howisch 61-63, in Bremen-Hastedt statt.

Familie Neubronner ist wohl Deutschlands bekannteste Homeschool-Familie. Sie selbst nennen sich „Freilerner“ um auszudrücken, dass sie dem informellen, intrinsisch motivierten Lernen den Vorzug geben und nicht einfach die Schulstunden mit Unterricht im 45-Minutentakt und streng nach Lehrplan ins eigene Zuhause verlegen. Vergangenen Dienstag, am 3. Februar 2009, wurde ihre Klage auf Befreiung ihrer Söhne Thomas und Moritz von der Schulpflicht vom Oberverwaltungsgericht Bremen in zweiter Instanz abgelehnt.

Wieder einmal wurde obergerichtlich darauf verwiesen, dass in Deutschland die Schulpflicht streng als Schulbesuchspflicht gilt und Homeschooling, Hausunterricht, freies Lernen ohne Schulbesuch keine Chance auf Anerkennung haben. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn die betroffenen Familien bereit zur Zusammenarbeit mit Schulen und Behörden sind und die betroffenen Kinder bereit sind, sich an regelmäßigen Tests oder anderen Formen der Leistungs- und Wissensüberprüfung zu beteiligen.

Während mitten in Berlin in Schulen wahre Ghettos an Asozialität entstehen, wo Lehrer nicht mehr unterrichten können und Schüler nicht mehr lernen, wo weder Wissen noch gutes Sozialverhalten mehr vermittelt werden kann, wirft man den ca. 1000 deutschen schulbesuchsfrei lernenden Kindern und Jugendlichen immer noch vor, dass sie auf diese Weise kein adäquates Sozialverhalten erlernen würden und möglicherweise auch die akademische Bildung auf der Strecke bliebe. Die Realität straft diese Unterstellungen Lügen, wie sich immer wieder erweist. Doch was nicht sein soll, darf nicht sein, und an der strikten Schulbesuchspflicht wird nicht gerüttelt. Ganztagsschulpflicht, Kindergartenpflicht und sogar Krippenpflicht scheinen weitaus eher durchsetzbar als die Abschaffung der Schulpflicht zugunsten einer Bildungspflicht, wie es beispielweise in unseren Nachbarländern Österreich, Frankreich, Belgien und Dänemark gehandhabt wird.

Doch Familie Neubronner gibt nicht auf. Die Söhne werden weiterhin als Freilerner in Frankreich ihre Bildung vervollkommnen, und auch der juristische Weg in Deutschland wird weiterverfolgt werden. Ein ausführliches Interview über das Warum und Wie des häuslichen Lernens der Neubronners erschien in der ZEIT Online am 04.02.2009: Keine Schule, kein Stress

Familie Neubronner, Mutter Biologin, Vater Berufsfachschullehrer, unterrichtet ihre beiden Söhne Moritz (12) und Thomas (9) seit 2005 zu Hause. Das ist möglich, weil der Vater und die Kinder ihren Lebensmittelpunkt nach Frankreich verlegt haben. Die Mutter lebt weiterhin in Bremen, die Familie betreibt dort einen Verlag. Vor zwei Jahren klagte die Familie erfolglos auf Befreiung von der Schulpflicht vor dem Verwaltungsgericht Bremen. Nun ging sie vor dem Oberverwaltungsgericht Bremen in Berufung, blieb aber erfolglos. Nun bleibt ihr die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision.

ZEIT ONLINE: Herr Neubronner, was haben Sie gegen die Schule?

Tilman Neubronner: Was ich an der Schule auszusetzen habe, ist der Zwang. Dass die Schule von sich behauptet, der einzig legitime Vermittler von Wissen und Sozialverhalten zu sein, und über die eigenen Erfolge keine Rechenschaft ablegen muss. Wir sind keine prinzipiellen Schulgegner. Doch eine zusätzliche Alternative würde das gesamte Schulwesen beleben.

ZEIT ONLINE: Wie kamen Sie dazu, ihre Kinder aus der Schule zu nehmen und selbst zu unterrichten?

Neubronner: Bevor wir nach Bremen kamen, haben wir im Allgäu gelebt und dort selbst eine Montessori-Schule mitgegründet. Wir haben unseren Sohn Moritz zwei Jahre als Schüler erlebt und gesehen, wie er von einem fröhlichen zu einem oft traurigen, misslaunigen und häufig kranken Kind wurde. In Bremen ging er kurz an eine Regelschule, auch unser Sohn Thomas wurde dort eingeschult. Beide reagierten sehr negativ auf die Schule. Nach drei Wochen haben wir das dann beendet.

ZEIT ONLINE: Wie hat sich Moritz seitdem verändert?

Neubronner: Er ist vergnügt, steht morgens gerne auf und war in der Zeit nie wieder krank.

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Weitere Artikel zur neuesten Entwicklung im Fall Neubronner finden Sie in der WELT Online und FOCUS Online. Das Buch „Die Freilerner“ von Dagmar Neubronner erschien letztes Jahr im familieneigenen Genius Verlag.

Zum weiterlesen: ausführlicher Pressespiegel Teil 1 ud Teil 2

Der Dissertationspreis der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der alle zwei Jahre für zwei herausragende Dissertationen verliehen wird, ging dieses Jahr an Dr. Sabine Frerichs und Dr. Thomas Spiegler. Thomas Spieglers Forschungsarbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen Home Education in Deutschland, das trotz massiver Abdrängung in die Illegalität Zuwachs verzeichnet. Thomas Spiegler begleitete über Jahre Familien, in denen die Kinder sich ohne Schulbesuch bilden und nahm an verschiedenen informellen und offiziellen Treffen und Tagungen der deutschen Hausschul- und Freilerner-Szene teil. Seine Promotionsschrift wurde unter dem Titel „Home Education in Deutschland: Hintergründe – Praxis – Entwicklung“ im VS-Verlag Wiesbaden veröffentlicht.

Das Foto zeigt Thomas Spiegler (damals noch Universität Marburg) im Gespräch mit Jan Edel (Verein Schulbildung in Familieninitiative – SFeV) beim letztjährigen Home Education Kolloquium auf Burg Rothenfels am Main.

Thomas Spiegler geht in seiner Arbeit, die erstmals konsequent die gesamte Bandbreite der Home Education in Deutschland qualitativ empirisch erforscht, den Fragen nach der Motivation, der Gestaltung und den Konsequenzen der Bildung ohne Schulbesuch nach. Außerdem analysiert er die Entwicklung, Zielsetzungen und neuerdings begonnene Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gruppierungen innerhalb der deutschen Home Education Szene. Er wägt ab zwischen Risiken und Chancen von Home Education und plädiert für eine angemessene Regelung dieses Bildungsweges.

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Von Bianka hat Bildungsvielfalt einen Blog Award bekommen. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür!

Den „Brilliant Weblog Award“ bekommen Websites und Blogs, die besonders wegen ihrer Aktualität, Themen und der Designs auffallen.

Hier sind die Regeln für den Award:

1. Die Ausgezeichneten dürfen das Logo mitnehmen und auf ihrem Blog platzieren.
2. Als Dank setzen sie einen Link zu der Seite, welche sie ausgezeichnet hat.
3. Sucht euch mindestens 7 Blogs aus, welchen ihr diese Auszeichnung verleihen möchtet. Blogs welche eurer Meinung nach brillant in in ihrem Fachgebiet oder im Design sind!
4. Setzt einen Link zu diesen Seiten.
5. Benachrichtigt die Blog-Betreiber, dass sie mit dem Award „Brillante Weblog“ ausgezeichnet wurden.

Ich verleihe den Blog Award an folgende Blogs und Websites weiter:

Informationszentrum Leben ohne Schule
SCHUL-KRITIK.de
bildungsfreiheit.org

Rette sich wer kann!
keimform.de

Kreide fressen
Jugendbücher-Blog
Ratgeber Kinderbuch

Einen Besuch dieser Seiten empfehle ich allen LeserInnen natürlich gerne und ganz besonders.

Was mir noch wichtig ist:
Ich persönlich knüpfe an die Weitergabe des Blog Awards keinerlei Erwartungen bezüglich der Einhaltung der oben genannten Regeln. Ich nutze aber gerne die Möglichkeit, auf diese Weise Seiten, die ich lesenswert finde, ein bißchen bekannter zu machen.

*Wiederholung der Sendung vom 31. März:

Montag, 31. März, 1.45 Uhr (NDR)
Dienstag, 1. April, 9.40 Uhr (MDR)
Dienstag, 1. April, 0.20 Uhr (rbb)
Freitag, 4. April, 10.15 Uhr (3sat)
Samstag, 5. April, 7.15 Uhr (hr-fernsehen)
 

Die Gäste der nächsten Sendung am 31.03.2008, 22.45 Uhr DasErste

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Dagmar und Tilman Neubronner

(Bremer Eltern, die gegen die gesetzliche Schulpflicht kämpfen und ihre Söhne zu Hause unterrichten)

Sie sind Deutschlands bekannteste „Homeschooling“-Familie. Seit zweieinhalb Jahren entziehen Dagmar und Tilman Neubronner ihre Söhne der gesetzlichen Schulpflicht und unterrichten Thomas (8) und Moritz (10) zu Hause.

Die Bremer wehren sich nicht aus Prinzip gegen das staatliche Schulsystem, sondern wollen nach eigenen Angaben lediglich ihre Kinder nicht gegen deren Willen zum Schulbesuch zwingen. Nun liegen sie deshalb im Clinch mit den Behörden: Ein Antrag auf Schulpflichtbefreiung wurde abgelehnt, die Familie flüchtete aus Angst vor Sorgerechtsentzug sogar ins Ausland.

Jetzt sprechen Dagmar und Tilman Neubronner bei „Beckmann“ über ihre ungewöhnlichen Lehrmethoden und erklären, warum sie „Homeschooling“ als Alternative zum Klassenzimmer sehen.

Wenn das nicht gute Nachrichten sind…

Die pädagogische Revolution hat begonnen. Von Christian Füller

Glaubt man, das sowas in Deutschland passiert?

In einem dieser 400 Quadratmeter weiten Areale treffen die Besucher nun zum Beispiel Lisa und Marie. Die beiden sechsjährigen Mädchen arbeiten gerade an ihrem Wochenplan – ganz allein. Eine Lehrerin ist zunächst nicht zu sehen. Nach und nach sind 80 Schüler zu entdecken. Auf einer Tribüne sitzen ein paar Schüler, die sich in Büchern vertieft haben. In einer Ecke ruht ein Mädchen sogar, auf Kissen gebettet. Hinter einem Raumteiler steht schließlich doch eine Lehrerin vor einer größeren Gruppe von Schülern und erklärt etwas. Wenn Gäste verwundert fragen, wo hier eigentlich gelernt wird, dann tippt sich Rektor Tlustek gern mal man an die Stirn: „Hier oben, im Kopf.“

Also, eine nicht alltägliche Artikel über unkonventionelle aber längst überfällige Schulreforme… lesenswert!

Ob es allerdings soweit kommt, dass Familien dieses Recht auf Freies Lernen zugestanden wird, bleibt noch offen….

Hier ist die exklusive Vorabveröffentlichung des Romans von Vera F. Birkenbihl.

Originalton der Autorin: „Dies sind Auszüge aus meinem ROMAN, in dem der BILDUNG im Wortsinn DER PROZESS GEMACHT WIRD.  Schwerpunkt der Autoren-Lesungen werden Gerichtsszenen sein, in denen vom Schulbuch-VERLEGER über LEHRKRÄFTE bis zu Autoren von Lehrwerken (z. B. Fremdsprachen-Textbüchern) als Zeugen auftreten, wobei so mancher Zeuge zum Angeklagten wird… Die Dialoge sind eine andere Form, meine Kernaussagen der letzten Jahrzehnte auf den Punkt zu bringen…“

In der ersten Folge dieser neuen Reihe mit dem Titel „Vor dem Prozess“ gibt es eine Einführung und Erklärung zum Prozess, außerdem treffen bei einer Frensehausstrahlung eines Internettalks am Vorabend des Prozesses ein Journalist, ein Linguist, ein Soziologe und ein Historiker aufeinander, die über Einwanderung und deren Folgen auf das Bildungssystem diskutieren.

Gesprochen von der Autorin Vera F. Birkenbihl

Von mir nur zwei Zitate:

Lagen die vielen Probleme millionen von Schülern und Schülerinnen am System, oder waren doch die Schüler oder ihre Eltern schuld? Das sollte sich zeigen.

Zum Sozio-Ökonomische Distanz–Argumente vom Kinderrechtsbeistand:

In beiden Länder [USA wie Deutschland] profitieren Kindern um so mehr vom Schulsystem je weniger sie es benötigen, bzw.  je mehr Bildung sie zu Hause erleben.  Man kann auch sagen, je weniger sie das Schulsystem brauchen, desto mehr profitieren sie, während genau jene Kinder, denen das Schulsytem bieten soll, was zu Hause fehlt, in diesem System versagen müssen.

Bei Podcast.at.   Bildungsverantwortliche müssen sich das unbedingt anhören.

Gefunden bei Lernen Heute.

teenager.jpgGrace Llewellyn war eine gute Schülerin und wurde eine noch bessere Lehrerin. Nur liebte sie ihre Schüler zu sehr, um dauerhaft übersehen zu können, dass die Schule die ursprüngliche, vitale Forscherneugierde und den Wissensdrang von Kindern abstumpft, bis die meisten nur noch lustlos mit abgestandenen Fakten jonglieren, anstatt selbst zu denken.

Irgendwann wurde ihr klar, dass Schule nicht notwendig die beste Antwort auf das Leben junger Menschen ist, und sie wurde zu einer Pionierin der freien Bildung, wie sie in den USA bereits 6% der Schulkinder nutzen – und ihre Zahl wächst rasant.

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Erscheinungsjahr: 2008
ISBN: 978-3-934719-25-5
Preis: 19,80 €/ 32,00 sFr
Versandkosten (nur Ausland): 3,10 €

Die Verleger dieses Buches haben nicht nur immense Arbeit und Prozesskosten, sondern auch hohe Zwangsgelder (derzeit 7.500 €), Besuch vom Gerichtsvollzieher sowie die Androhung von Erzwingungshaft sowie ‘weiterer Zwangsmaßnahmen’ in Kauf genommen, um ihren Kindern das zu ermöglichen, was in diesem Buch beschrieben wird: Freies Lernen.
Wer dieses Buch liest, wird verstehen, warum.

„Dieses Buch ist gefährlich. Es widerspricht allen üblichen Weisheiten über Schulabbrecher und die Wichtigkeit von Schulabschlüssen. Es wirkt belebend und inspirierend. Lassen Sie dieses Buch auf keinen Fall in die Hände eines aufgeweckten, frustrierten Jugendlichen gelangen, den das Schulsystem anödet. Die Autorin kann für das daraus möglicherweise entstehende Glück und das Gefühl von Eigenverantwortung keinerlei Verantwortung übernehmen.“

„Dein Leben, deine Zeit und dein Gehirn sollten keiner Institution gehören, sondern dir. Dieses Handbuch ist für alle, die jemals zur Schule gegangen sind, aber es ist ganz besonders ein Buch für Teenager und Leute, die viel mit Teenagern zu tun haben.
Aus dem Inhalt:
· gute Gründe, über den Abschied von der Schule nachzudenken
· wie du deine natürliche Fähigkeit, dein eigener Lehrer zu sein, wiederentdeckst
· wie du die Unterstützung deiner Eltern gewinnst, deine Freunde behältst und mit den Behörden klarkommst
· wie du dir dein ureigenes spannendes Bildungsprogramm maßschneiderst
· wie du studierst, ohne vorher zum Gymnasium zu gehen
· wie du ehrenamtliche Jobs, Praktika, und andere Gelegenheiten zur praktischen Arbeit findest
· wie andere Teenager weltweit ohne Schule leben und lernen

Moritz und Thomas Neubronner gehen nicht zur Schule und sind deswegen bundesweit bekannt geworden. Ihre Eltern, die Inhaber des Genius Verlages, waren zunächst sehr frustriert über den Schulstreik ihrer Kinder. Inzwischen haben sie verstanden, dass ihre Kinder ohne Schule mehr und lieber lernen und vor allem viel glücklicher sind – wie Millionen Kinder weltweit. Dieses Buch zeigt konkret, wie das geht – auch in Deutschland.